In Südtirol ist der Glaube an den Krampus sehr verbreitet. Er verkörpert
das Inbild allen Unheils. Sehr verbreitet sind auch entsprechende Fluchwörter
wie „zum Teufel“ oder „Teixl“. Ganz unterschiedlich
sind die Masken der Krampusse bei den Umzügen, die in den verschiedenen
Tälern und Dörfern statt finden. In Stilfs werden die Krampusse
zum Beispiel auch von den „Schian“, den Guten begleitet,
in Niederdorf nehmen auch die Kinder mit ihren selbst gebastelten Masken
am Umzug teil.
Niederdorf – Hochpustertal
Die kleine Gemeinde Niederdorf (1230 Einwohner) hat langjährige
Tradition im Krampusumzug. Jedes Jahr finden sich die Krampusse auf dem
Dorfplatz, am Fuße des Adventkalenders ein. Die Krampusse kommen
aus allen Richtungen, sogar aus Österreich. Mit dabei sind auch
Erwachsene und Kinder. Während die Krampusmasken nach alter Tradition
von Handwerkern geschnitzt sind, tragen die Kinder ihre selbst gemachten
Masken, die sie gemeinsam mit ihren Eltern gebastelt haben. Der Umzug
ist ein wahres Erlebnis mit Feuerspielen, Rauch und zahlreichen Karren,
die von den maskierten Teufeln gezogen werden.
Stilfs – Vinschgau
Im südöstlichen Teil der Region (1360 Einwohner) warten die
Einwohner von Stilfs am ersten Samstag im Dezember auf den großen
Teufelsumzug. Allen voran gehen die „Schiachn“, die Hässlichen,
die das Böse darstellen. Bedeckt mit Fellen und schwarzen Lumpen
tragen sie furchterregende Masken, Kuhglocken und Ketten, mit denen sie
so manchen Besucher erschrecken. Auf die „Schiachn“ folgen
die „Schian“, die Schönen – Achtung, die Schönen
zwicken! – mit bunten und fröhlichen Gewändern. Mit ihren
sympathischen Stoffmasken läuten sie riesige Kuhglocken und erzeugen
dabei einen unheimlichen Lärm. Sie begleiten den Nikolaus, der Süßigkeiten
an die Kleinsten verteilt.