GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK
Mit dem Tod von Franz Sigmund im Jahre 1665 hatte Leopold, der
letzte männliche Erbe des Hauses Habsburg die Herrschaft
Tirols für sich in Anspruch genommen. Um die Fehler der
Vergangenheit zu vermeiden erließ er zusammen mit Karl
VI das Gesetz der „Pragmatischen Sanktion“, mit der
das Unteilbarkeit der Monarchie und damit die Möglichkeit
den Kaisertitel auch an eine Frau weiterzugeben, bestimmt wurde.
Als Karl VI, der letzte Habsburger, 1740 starb, ermöglichte
dieses Gesetz der jungen Maria Theresia (1717 – 1780) den
Thron zu besteigen. Vier Jahre zuvor hatte Maria Theresia Franz
Stephan von Lothringen geheiratet, den sich jetzt an ihrer Würde
beteiligt. In Folge dieser Ereignisse brach der lange wie sinnlose „Österreichischer
Sukzessionskrig“ aus, dessen Ausgang zu Gunsten der jungen
Kaiserin war, die aber Schlesien im Tausch gegen Preußen
abgeben musste. Mit dem Frieden, war es nötig an der Stabilität
des Reiches weiterzuarbeiten. So tat sich Maria Theresia um,
um Hochzeiten und Bündnisse einzufädeln. Den zukünftigen
Louis XVI von Frankreich verheiratete sie mit ihrer Tochter Maria
Antonia (Marie Antoinette) und Franz von Bourbon, dem König
von Neapel und Sizilien, gab sie ihre andere Tochter Marie Karoline
zur Braut. Bemerkenswert war ihre gesamtstaatliche Verwaltungsreform
(Codex Theresianus), die an der Basis der Neueinrichtung ihres
ausgedehnten Reichs stand. 1774 wurde die Grundschulbildung verpflichtend,
während die mittlere Bildung an den Gymnasien von Rovereto,
Trient, Bozen, Meran und Brixen unterstützt wurde. In diesem
stark zentralisierten Reich, führen die Reformen, insbesondere
die Abschaffung der Steuerprivilegien die der Adel viele Jahrhunderte
lang genossen hat, zu einer Erhöhung des nationalen Einkommens.
Mit der Einführung von technologischen Innovationen im Bereich
der Landwirtschaft konnte außerdem eine Zunahme der zu
bewirtschaftenden Gründe verzeichnet werden. Mit dem andauernden
Verfall der Bergbauindustrie, stellt, vor allem in Südtirol
weiterhin die Landwirtschaft weiterhin die wirtschaftliche Grundlage.
Mit der Thronbesteigung Joseph II. (1780 –1790) werden,
die von der Aufklärung erweckten Hoffnungen schwer enttäuscht.
Seine vielen radikalen Reformen, vor allem die reformerischen
Eingriffe ins religiöse Leben des Landes (Aufhebung von
Klöstern, Sperrung von Kirchen usw.) und sein Toleranzpatent,
welches eine freie Religionsausübung vorsah, stießen
in Tirol auf heftigen Widerstand. Auch wenn es seine Nachfolger,
Leopold II. (1790 –92) und dessen Sohn Franz II (1792 –1806)
nicht schafften diesen Bruch mit dem Volk wieder zu kitten, schafften
sie es mit der Ernennung eines kaiserlichen Kapitäns als
höchster regionaler Vertreter bei Hof, das Vertrauen der
Tiroler zurückzugewinnen.
|