Testatina

ARCHITEKTUR


Die Lage in der sich Südtirol im 18. Jahrhundert befand, erlaubte es nicht, mit der Bauwut des vorherigen Jahrhunderts fortzufahren. Auch die Tätigkeiten der Delai, die letzten Nachfolger einer mächtigen Dynastie von Bauherren, erfährt heftige Einbußen, um dann vollkommen zu verschwinden. Mit dem Tod des letzten Sprösslings, werden die Delai in ihrer Funktion als Bozner Stadtplaner durch die Aigentler (1766) ersetzt. Vor den oben beschriebenen Ereignissen haben GIOVAN BATTISTA und GIUSEPPE DELAI die Möglichkeit den Bau des Bozner Merkantilmagistrats zu realisieren. Dieses ist seit Jahrhunderten der architektonisch wertvollste weltliche Bau der in Bozen gebaut wurde. Die Errichtung des Werks findet zwischen 1705 und 1716, nach einem Entwurf des Veronesers FRANCESCO PEROTTI, statt. Es handelt sich um ein Gebäude von elegantem aber strengen Aussehen, welches zwischen der alten Laubengasse und der dahinter liegenden Silbergasse entstand. Die Fassade ist reich an Giebelfeldern, Gebälken, Rundbögen, Balkonen mit schweren Brüstungen und üppigen, ornamentarischen Motiven, die sowohl dem Barock als auch der Italienischen Renaissance entspringen. Im Inneren verdient der elegante Hof mit der monumentalen Loggia die zu den prunkvollen Räpresentanzräumen führt Aufmerksamkeit.

Der letzte Nachkomme der Familie Delai, GIUSEPPE, ist der Autor der Wiederherstellung im barocken Stil des Brixner Doms, des Klosters Neustift, der St. Moritz-Kirche in Bozen (1735), wie der St. Elisabeth-Kirche in Sterzing (1729 –33) und der herrlichen Kapelle „der Grazien“ im Bozner Dom (1743 –45).

Wie wir schon vorher angedeutet haben, wurde mit dem Verschwinden der Familie Delai die Stelle des Stadtplaners 1766 von CHRISTIAN AIGENTLER aus Götzens eingenommen der aber im selben Jahr stirbt. Sein Sohn FRANZ AIGENTLER tritt die Nachfolge an; 1773 wird die Stellen mit MATTHÄUS WACHTER, einem Landsmann Aigentlers besetzt. Dieser hat den groß angelegten Umbau der Pfarrkirche von Kaltern veranlasst (1791-1792).

Wiederum in Bozen, finden wir in der Mustergasse (ehemals Herrengasse), welche die Goethegasse mit dem Waltherplatz verbindet, einige Gebäude von besonderem Interesse. Das erste, vom Waltherplatz aus links stehend ist der Palazzo Campofranco (ehemals Palais Mayrl), das von den Aigentler entworfen wurde. Es war der Sitz des Erzherzogs Josef, der ihn seiner Nichte Maria Rainer vererbte. Gegen dem Ende des 19. Jahrhunderts lernte Maria den sizilianischen Adeligen Enrico Lucchesi Palli, den Fürsten von Campfranco, kennen. Das aristokratische Gebäude ist auf zwei Stockwerke aufgeteilt. Die schlanken Lisenen und Fenster mit hohen „Rocaille“-Giebelfeldern an der Fassade verleihen dem Gebäude einen emporstrebenden Charakter. Im ersten Stock, ist in der Mitte des Baus ein eleganter Balkon, mit einem Gebälk, das auf Marmorsäulen aufgestützt ist, angebracht.

Gegenüber finden wir das Palais Menz, das im 16. Jhdt. errichtet wurde und wiederholt umgebaut wurde. Heute ist es der Sitz einer Bank, und weist in seinen Räumlichkeiten interessante Fresken aus der Hand KARL HENRICIS auf.

Ein drittes wichtiges Gebäude ist das Palais Pock, welches zwei Seiten des kleinen Musterplatzes einnimmt. Hier ist der „Rocaille“-Stil vorherrschend, die schmückenden Motive und vor allem die Fenster sind vom Repertoire der Architekten Louis XV. entnommen. Es wurde um 1760 nach Entwürfen Franz Aigentlers für den reichen Händler Anton Pock errichtet und ist heute der Sitz einer örtlichen Bank.

Abermals in Bozen, trägt die Restaurierung der alten Stiftskirche von Gries (um 1770) die Handschrift eines Italienischen Architekten: ANTONIO SARTORI aus Castion Trentino. Die Vorderansicht wird von eindrucksvollen Kolonnen mit prunkvollen korinthischen Kapitellen auf die ein Gebälk aufliegt, beherrscht.
Ü ber diesem ist eine weitere Reihe von Zierleisten angebracht, die auf Pseudo-Tellern gestützt sind, welche in die Auskragungen eingefügt sind auf die in der Mitte ein riesiges Giebelfeld aufliegt. Im Inneren beeindrucken das Tonnengewölbe, die großen Säulen und die Lisenen aus glänzendem Stuck, die von korinthischen Kapitellen definiert werden. Vom selben Architekten ist die Bibliothek in Neustift mit gefälligen "Rocaille"-Lösungen.

In Bruneck wurde indessen die neue Pfarrkirche renoviert, die 1793 eingeweiht wurde. Das Projekt des Brunecker Architekten JAKOB PHILIPP SANTOR sah die Erhaltung der Apsis und der Sakristei von 1515 vor. Die Kirche wurde 1850 in einem Brand zerstört und vom österreichischen Architekten HERMANN BERGMANN im Neu-Romanischen Stil wieder aufgebaut.

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