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GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK


Das 19. Jahrhundert wird mit den bitteren Siegen Napoleons eingeleitet, welche die Europäischen Ordnungen gewaltsam verändern. Mit der Zeit werden auch Nord- und Südtirol in den Konflikt gezogen.

Zum Konsul auf Lebenszeit (25. März 1802) und zum Kaiser von Frankreich (2. Dezember 1804) ernannt, siegte der „Petit caporal“, in der denkwürdigen Schlacht von Austerlitz (2. Dezember 1805) über Österreich und Russland. Mit dem darauf folgenden Preßburger Frieden (26. Dezember) verliert Österreich Venetien an das „Napoleonische Italienische Reich“; Tirol, Vorarlberg und andere Gebiete gehen zu Bayern über. Im Jahr darauf verzichtet der „gute Kaiser Franz“ auf die Kaiserkrone und setzte so dem „Heiligem Reich Deutscher Nation“, welches seit 962 bestand, ein Ende.

Am 22. Mai 1809 muss Napoleon in Aspern seine erste Niederlage einstecken. Aber mit dem Schönbrunner Frieden (14. Oktober) ist Österreich gezwungen weitere Gebiete abzugeben. Jetzt gehen auch Brixen und Meran zu Bayern über; Bozen und die südlicheren Landesteile kommen zum Königreich Italien, welches an Frankreich gebunden ist; Innichen, Sexten und andere Gebiete werden Teil Illyriens mit Hauptstadt Laibach. Für Tirol hat diese Aufteilung schwerwiegende Konsequenzen, da es die eigene politische Identität verliert.

Einige Monate zuvor (Jänner 1809) wurden drei Südtiroler Patrioten nach Wien berufen: Andreas Hofer aus St. Leonhard in Passeier, Franz Nössing aus Bozen und Peter Huber aus Bruneck. Bei ihrer Rückkehr wird ein Volksaufstand organisiert, der zur Befreiung Innsbrucks führt (12. April 1809). Trotz des Erfolges der Schlachten am Bergisel (25/29. Mai, 13. August) ist die Freude nur von kurzer Dauer: am 21. Oktober wird Andreas Hofer gezwungen, die Stadt zu verlassen; am 1. November werden die Tiroler am Bergisel besiegt. Versuche die Stadt zurückzuerobern werden blutig niedergeschlagen. Hofer flüchtet sich auf eine Almhütte in den Passeirer Bergen. Man sagt, dass ihn ein bestimmter Raffl für 1500 Gulden verraten habe. Der Südtiroler Anführer wird so in der Nacht vom 27. Auf den 28. Jänner 1810 gefangen genommen. Nach einem kurzen Prozess, wird Hofer am 20. Februar in Mantua exekutiert. Am selben Tag verliert auch sein Mitstreiter Peter Mayer sein Leben. Im selben Jahr wird Maria Luise von Habsburg-Loite, Tochter Franz I, mit Napoleon verheiratet.

Jetzt überschlagen sich die Ereignisse. 1812 beginnt Russland seinen Feldzug, in dessen Lauf Napoleon mehrere Rückschläge erleiden muss. Im Jahr darauf (16.-19. Oktober) bringen Preußen, Österreich und Russland während der „Schlacht der Nationen“ bei Leibzig Frankreich eine schwere Niederlage ein. Mit dem „Pariser Frühling“ verliert Frankreich alle Territorien, welche nach 1792 annektiert worden waren. Napoleon wird auf die Insel Elba in die Verbannung geschickt. Er wird, als es sich niemand mehr erwartet nach Frankreich zurückkehren. Die Schlacht bei Waterloo beendet die Napoleonische Ära.

Mit dem Traktat von Venedig (1815), gehen Tirol und das ehemalige Fürstentum Trient an Österreich zurück. Viele große Hoffnungen, die im vorhinein gehegt wurden, werden enttäuscht. Unter anderem wurden 1819 die autonomen kommunalen Bestimmungen abgeschafft, und Südtirol wird, entgegen der Abmachungen, Teil der rigiden administrativen Ordnung des habsburgischen Reiches.

Der Frieden führt trotz allem zu einem stetigen Wirtschaftsaufschwung der Tiroler Länder. 1822 wird die Innsbrucker Sparkasse gegründet. Es folgen jene von Bozen (1850) und Bruneck (1857). 1867 wird die Brennereisenbahn errichtet. Am 20. November 1871 wird die Pustertaler Linie eröffnet. Daraus werden zahlreiche Vorteile geschöpft wie zum Beispiel der Zuwachs des so-genannten „Fremdenverkehrs“.

Mit dem Verschwinden des Gütertransportes mit Karren, Lasttieren oder Flussfloßen endet die „Wirtschaft im Schritttempo“. Damit verlieren auch die Post- und Wechselstationen, die Jahruhunderte lang einen lukrativen Nebenerwerb dargestellt hatten.


 
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