Testatina

ARCHITEKTUR


Am Anfang des 20. Jahrhunderts erneuerte der Architekt WILHELM KÜSCHNER aus Dresden das Bozner Stadtbild mit ornamentalen Motiven die aus einem persönlichen Kompromiss zwischen Barock und Jugendstil entstanden sind. Bei der Erbauung des städtischen Museums aber wurde, vielleicht um den Maler Alois Delueg (der ein guter Freund des Bürgermeisters war) der die ursprünglichen Pläne angefertigt hatte nicht vor den Kopf zu stoßen, eine andere Lösung angewandt. Daraus entstand ein Gebäude im eklektischen Stil (zwischen Gotik und Renaissance aus Überetsch) von streitbarer Harmonie. Auch das neue Rathaus, von KARL HOCHEDER entworfen, entschwand dem Kanon Kürschners, der sich damit abfinden musste sich um die Verteilungsmerkmale des Gebäudes zu kümmern. Der städtische Architekt konnte aber später mit der Planung des Gebäudes der Sparkasse (1937 umgeändert), der Mittelschule „J. von Aufschneiter“ in der Leonardo-da-Vinci-Straße (Giebel im Stile des Neurokoko auf beiden Straßenseiten und Eckerker) und der Mädchenschule bei den Franziskanern (1908) seinen guten Ruf wiederherstellen. Nach Beendigung dieses letzten Projekts wurde GUSTAV NOLTE aus Hannover zum städtischen Architekten ernannt. Er hat die Schulgebäude in der Weggensteinstraße (1909) und in der Sparkassenstraße entworfen. Die Fenstern auf der rechten Seite sind hinausgelehnt, die Fenstersimse dienen als Kapitelle auf die Lisenen und Säulen liegen. Die reinassancestil erbauten Schulgebäude in Überetsch gehen auf die Jahre 1912-13 zurück.

Der Bozner Architekten MARIUS AMONN (1879 – 1944) sind zahlreiche Arbeiten wie den Laubengang zwischen Piavestraße und Rathausplatz (1913) zu verdanken; die Gelf-Häuser bei der Talferpromenade, mit Lisenen, Flachbögen, und einem schmiedeeisernen Eingangstor mit einem „chapeau en gendarme“ (1926); bei Restaurierung des städtischen Museums, wurde der „zu deutsche“ Turm mit treppenförmig angegliederten Zinnen der auch den Blick auf den Rosengarten verdeckte abgerissen; die Villa Staffier am Ritten, das Haus Leszl auf dem Guntschna und andere Werke.

Abermals in Bozen wurde das lang erwartete Stadttheater (1913-18) nach einem Projekt von MAX LITTMAN aus München errichtet. Aus München stammten auch die Architektenbrüder LUDWIG, Planer des Hotels Laurin (1909-10), des Stadthotels (1912-13), der Sparkasse am Waltherplatz deren Architektur von den für das frühe 20. Jahrhundert üblichen exzessiven Verzierungen charakterisiert sind.

Meran avanciert zur Jahrhundertwende zu einem Touristenzentrum auf internationalem Niveau, mit interessanten Grünflächen, Hotels Promenaden. 1899 bekommt die Passeierstadt ihr Stadttheater, das in einem eklektischen Stil zwischen „Jugendstil“ und Klassizismus nach einem Projekt von MARTIN DÜRFLER, der in München studiert hatte entstanden ist. Kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wirkt hier auch der Architekt FRIEDRICH EHMANN. Er wird 1914 den großen Kursaal, mit Motiven eines gefälligen, vereinfachten Jugendstils ausschmücken. Im gleichen Stil wurde der Bahnhof erbaut, den der Ing. CHABERT mit einer frischen und modernen Linie entwirft.

In der Nachkriegszeit verwirklicht der Architekt ALBERTO CALZA BINI die INCIS-Häuser in der Carducci-Straße in Bozen, wiederum in einem müden, neubarocken Stil (1927), während im darauf folgenden Jahr der Architekt des Regimes MARCELLO PIACENTINI (Rom 1881 – 1960) das „Siegesdenkmal“ errichtet. Im ausgewählten Areal hätte ein zelebrativer Komplex entstehen sollen. Das Endprodukt zeugt vom Geschmack der Zeit, mit übertrieben siegessicheren Motiven die von nicht reizlosen Marmorverkleidungen unterstrichen werden. Es wäre ein tragischer Fehler eine Umänderung oder gar den Abriss dieses Denkmals zu veranlassen, da es die kommenden Generationen an diese umstrittenen Jahre erinnern soll.

Marcello Piacentinis erste Werke waren von der Wiener Secession beeinflusst (das Savoia-Theater in Florenz, 1922; das Quirinette-Theater in Rom, 1925) dann avancierte er zum wichtigsten Vertreter des Monumentalen Triumphalismus des Faschismus. Er hat die wichtigsten Werke dieser Epoche, wie die „Città degli studi“ („Studienstadt“, 1935) in Rom oder den Komplex für die Ausstellung „E 42“, der von einem manieristischen, pompösen Klassizismus charakterisiert ist, entworfen.

Abermals in Bozen wurden zwischen 1936 und 1937 neue Straßenachsen errichtet entlang derer ziervolle Gebäude mit ausgedehnten Laubengängen um „metaphysisch“ angehauchte Plätze angelegt wurden. Zu den wichtigsten Gebäuden dieser Zeit gehören der Palazzo Alti Comandi, mit einer Back- und Travertinsteinfassade, der stark an den Palazzo Ducale (Herzogspalast) in Urbino erinnert.; das mittlerweile abgerissene Tourismusgebäude (ehem. Corso-Kino) das mit schönen Verkleidungen und Marmorfiguren geschmückt war; das Gebäude der Finanzämter (ehem. Casa del Fascio), welches von PAOLO ROSSI DE PAOLI in Zusammenarbeit mit dem Bozner LUIS PLATTNER (1901 – 1945) entwickelt wurde. Das ursprüngliche Projekt sah ein „Kriegsgefallenendenkmal“ vor, auf dem ein „sechsunddreißig Meter hohen Turm und ein Scheinwerfer angebracht sind“ der einen Lichtstrahl auf die Stadt werfen sollte. 57) Diese Arbeiten wurden aber bei Ausbruch des Krieges abgebrochen. Bemerkenswert ist der wohlproportionierte Innenhof mit weiten Arkadiengängen. Die kompositorische Schlichtheit und Eleganz des Hofes steht in Gegensatz zu dem überladenem Stil der Fassade, die mit mit einem von HANS PIFFRADER gemeißelten Flies auf den Gerichtsplatz schaut.
Andere Gebäude aus dieser Epoche in Bozen sind: das Mutter-und-Kind-Haus, das ehemalige G.I.L.-Gebäude mit Studiensälen, Sporthallen und einem Auditorium. Zusammen mit dem „Stadion“ und dem „Lido“ bildete es ein Kontinuum für die Aktivitäten des Regimes und für den Sport. Die Architekten des G.I.L.-Gebäudes hießen MANSUTTI und MIOZZO, sie haben zahlreiche anderer Bauten wie das Balila-Haus (balila=Mitglied der faschistischen Jugendorganisation) in Brixen (1934); die Balila-Häuser in Bozen, Meran und Sterzing (1935); das Balila-Haus in Bruneck (1936); das Pensionat in Bozen (1942-43) entworfen. Der Architekt FERDINANDO FORLATI realisierte hier auch den Herzogspalast mit umliegenden Park.

Viele Widerwärtigkeiten haben den Bau des neuen Gerichtsgebäudes behindert. Die 1939 nach einem Projekt von PAOLO ROSSI DE PAOLI begonnenen Arbeiten mussten aufgrund des Krieges unterbrochen werden. Nach weiteren Wechselfällen konnte der Bau erst im September 1956 beendet werden. Von einer ausgedehnten Freitreppe angekündigt weist das Gebäude eine imposante Pfeilerreihe um den „Pronaos“ (Vorhalle) auf. Der Gebäudekomplex erstreckt sich auf einer Fläche von 3480 qm. Die Glaswände wurden mit allegorischen Motiven von ELENA SCHIAVI GAZZOLA aus Rom bemalt, daneben findet man drei Basreliefs die „Justitia“ zwischen dem "Gesetz“ und der "Stärke“ darstellen; die Verurteilung Kains, die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies (VITTORIO DI COLBERTALDO aus Rom). Ein Hochrelief das „Justitia“ zwischen „den legislativen und exekutiven Kräften“ darstellt ist Werk von ALCIDE TICO‘ aus Rovereto. Es folgt eine Reihe von Malereien von den Händen ELENA SCHIAVI GAZZOLAS, BRUNO COLORIOS („Kaiser Trajan mit der jungen Witwe“) und OLGA BISIANI FEDELIS („Justinian befreit einen Sklaven“) die einige der Gerichtssäle dekorieren.

In der Nachkriegszeit belebt sich die Bozner Architekturszene wieder. GUIDO PELLIZZARI entwirft das Kondominium „Kristall 5“ auf dem Mazziniplatz. Die Fassade und der Laubengang sind aus Travertinstein und wird von Lisenen und großen „Sculponia“-Fenstern vollendet. Und die Kirche zum Christkönig die 1939 begonnen und 1958 mit der Fertigstellung des Kirchturms beendet wurde. LUIS PLATTNER der Planer des Sitzes der Sparkasse am Waltherplatz und zusammen mit Pellizari des Hauses der Region (1955); ARMANO RONCA, aus Verona (1901 – 1970) Entwickler zahlreicher Gebäude wie das „Rainerum" das Alpenhotel (1955), die Kirche in der Reschenstraße (1969), die Büros der Provinz in der C.-Battisti-Straße (1970) überdies einiger Kinosäle (Augusteo in der Dantestraße, Capitol in der Dr.-Streiter-Gasse (1955)

Später ist die Reihe an MARCELLO AQUILINA, OTHMAR BARTH, GIGI DALLA BONA, VILLY GUTWENIGER, ANTONELLO MARASTONI, RONALD VEBERI, OSWALD ZOEGGELER.

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