Testatina

...

ALBERT STOLZ – der jüngste der Brüder Stolz wird 1875 in Bozen geboren. Als Zeichner von bestimmten Rang, hatte er eine Vorliebe für Monumentalmalerei, in der er vor allem Szenen der demütigen Arbeit erzählte.

Gefällig sind auch seine Landschaftsbilder die in einer Palette enthalten sind, die sich auf das Essentielle beschränkt. Besonders erwähnenswert sind seine Werke „Rosengarten“ von 1910 und „Obereggen“ von 1924, die im Meraner Museum aufbewahrt
sind.

Eine alte Tradition befolgend, bemalt auch Albert Stolz die Fassade von verschiedenen Gebäuden in Bozen. Er hat zum Beispiel das Paneel der Attika der Madonna-Apotheke in Bozen (zwischen den Lauben und dem Kornplatz) das mehrere Personen die der Geschichte der Apotheke angehören darstellt. Dazu gehören auch einige „allegorische Figuren“ wie „Das Leben“ und die „Kraft“. Zwischen dem ersten und dem zweiten Stock des Gasthauses „Zur Weißen Traube“ (Museumsstraße Nr. 19) hat er drei Kompositionen aus der Welt der Buchdruckerkunst gemalt. 1908 hat er an der Dekoration des Sitzungssaals des Kolpinghauses (Krankenhausstraße 1) gearbeitet. In den einzelnen Lünetten sind Motive von sozialer Inspiration die verschiedene Arbeiten darstellen. Albert Stolz stirbt 1947.

CARL MOSER – 1873 in Bozen geboren, geht er als junger Mann nach Dresden, wo er die Akademie besucht. Mit 23 Jahren macht er sich nach München auf, um dort die städtische Akademie zu besuchen, die ihm vom Tiroler Maler Franz Defregger empfohlen wurde.

Ein paar Jahre später reist er durch Deutschland, dann durch Italien und nach Korsika. Er interessiert sich immer mehr für die kulturellen Veränderungen, die sich in den verschiedenen Ländern ereignen. Zwischen 1901 und 1907, lebt er in Paris, wo er die Akademie Julian besucht, von der wir schon im Zusammenhang mit der Künstlergruppe „Nabis“, der unter anderem Bornnard, Vuillard, Denis, Ibels, Ranson, Roussel und Vallotton angehörten die sich stark an der Kunst Paul Gauguins orientierten. Ihre Doktrine beruhte auf der zweifachen ikonischen Verzerrung: einerseits die objektive Verzerrung, die sich auf rein ästhetische und dekorative Elemente konzentriert, und andererseits die subjektive Verzerrung, die von der persönlichen Sensibilität des einzelnen Künstlers abhängt.

Nach den französischen Jahren, reist Moser oft in die Bretagne, wo seine ersten Xylographien entstehen. 1907 kehrt er nach Hause zurück, um seine Erfahrungen zu verarbeiten. Er nimmt an Ausstellungen in ganz Europa teil. (z.B. 1910 in Hamburg)

Die Begegnung mit den Werken Mosers zeugen von einem eklektischen Künstler von raffiniertem technischem Können. Dies wir vor allem in den Studien der Landschaft und der Leute der Bretagne klar. Auch die Bezüge auf die japanische Kunst, die zu jener Zeit durch Drucke in Europa verbreitet wurde, fehlen nicht.

Im Holzschnitt „Pfau mit Kirschen“, (1929, Museum für Moderne Kunst in Bozen) präsentiert uns der Künstler eines seiner Lieblingsmotive. Der Pfau und andere Tiere sind die beliebte Motive des Jugendstils der zwischen 1880 und 1920 in Europa um sich greift.

Als unermüdlicher und aufmerksamer Arbeiter, hat Moser versucht seinen Xylographien chromatisch zu veredeln. Seine Lieblingsmotive, wie die bretonischen Frauen oder die verschiedenen eleganten und dekorativen Vogelarten, gehören der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg an. Aus diesem Schatz wird der Künstler bis zu seinem Tod der ihn kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs ereilt schöpfen.

HANS JOSEF WEBER-TYROL – ist mit vielen seiner Werken in Südtirol, und vor allem in Bozen anwesend, wo man zahlreiche Sammler seiner Kunst zählt. Er selbst ist aber kein Südtiroler: 1874 in Schwaz geboren, geht er zuerst nach Innsbruck, dann nach und zuletzt nach München um Zeichnung und Malerei zu studieren. Hier, wo er die königliche Akademie besucht hat eröffnet er sein erstes Atelier, das er lange Zeit betreiben wird. 1929 beschließt er nach Südtirol zu ziehen. Zuerst wohnt er in Lana, dann in St. Michael/Eppan und schlussendlich in Meran, wo er 1957 stirbt.

Im Herbst 1987 wurde zum 30. Jahrestag des Todestages des Künstlers eine Retrospektive auf schloss Gandegg eingerichtet, welche die Persönlichkeit des Künstlers hervorhob. Mit vibrierendem Talent und technischem Können gesegnet, war Weber-Tyrol ein begeisterter Anhänger der „plein air“-Malerei. Auf der Suche nach immer neuen Schattierungen, wird er der freien Natur fündig. Der Ölmalerei bevorzug er die Aquarellmalerei der er bei der Abbildungen von den unterschiedlichsten Motiven, von Landschaften und Stillleben bis hin zu Akten bedient.

In dem Ölbild, das dem Weiler St. Magdalena von (1920 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck) verwandelt sich die Farbe in Momente von Licht, während eine Reihe von Geraden dem Gemälde einen ansteigenden Rhythmus von nie beschwichtigter gotischen Spiritualität verleiht. Auch die Gemeinde von St. Michael bewahrt einige Werke des Künstlers, wie das Aquarell „Stillleben mit Pfirsichen“.
Hier verleiht die Verschwommenheit der flüssigen Farben den Formen neues Leben, sie machen den unbewussten Zauber des Bildes aus.
Im Städtischen Museum in Bozen finden wir ein anderes Aquarell das ein scheinbar niederes und nebensächliches Thema behandelt: „Hennen“. Auch hier macht die Wahl der Farben und das gekonnte Nebeneinander stellen von Hell und Dunkel den künstlerischen Wert des Bildes aus.

Weber-Tyrol hat, vor allem in der Zeit vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, etliche gelungene, vom Jugendstil angehauchte, Plakate gemacht.

JOSEF KEIM – 1886 in Gröden geboren. Er wird während des Ersten Weltkriegs in Russland in Kriegsgefangenschaft genommen. Die endlosen Tage im GuLag Krasnojarsk verbringt er mit dem (Aquarell-) Malen von desolaten sibirischen Landschaften. Von 1947 an lehrt er an den Kunstschulen von St. Ulrich und Wolkenstein.
1977 gedachte die Gemeinde St. Ulrich (Gröden) dem Künstler mit einer Sonderausstellung.

MAX SPARER – wird 1886 als Sohn einer Bauernfamilie in Tramin geboren. Er besucht zunächst die Lehrerbildungsanstalt und dann das Gymnasium in Bozen. Bei den Professoren Caius und Broehls besucht er einige Kunstkurse und bekommt eine Einführung in die Technik der Xylographie. Bei der Dritten Kunstbiennale des Tridentinischen Venetien in Bozen stellt er seine Werke erstmals einem größeren Publikum vor. An dieser Ausstellung nehmen auch Karl Pferschy und Carl Moser teil. Mit 45 Jahren zieht er sich auf Schloss Montiggl bei Eppan zurück. Hier werden seine Lieblingsmotive geboren: die Landschaft der Umgebung, die Mendel, Enten im Teich, Bauern bei der Arbeit. Besonders bei diesen Arbeiten sieht man den Einfluss Alexander Koesters und Egger Lienz auf sein Werk. Der erstere wegen der Enten, der zweite wegen der Monumentalität und Plastizität der Arbeiten. Das Element, welches in von den anderen Künstlern, vor allem von Koester unterscheidet, ist die subtile Traurigkeit von der Sparers Bilder durchtränkt sind.

Während Lebzeiten hat Sparer keine besonderen Anerkennungen genossen. Er starb 1968 verarmt. Seine Werke sind heute im Besitz verschiedener Sammler und des Restaurants Sparer am Montiggler See.

Die wichtigsten Ausstellungen an denen er teilgenommen hat: 1927, 5. Kunstausstellung in Padua; 1928, Biennale in Venedig; 1930, Galerie Taxihof, Innsbruck; 1930, Internationale Kunstausstellung, Budapest; 1932, Biennale in Venedig und Kunstbiennale in Bozen.

ANTON HOFER – Wird am 8. April 1888 in Bozen geboren. Er besucht hier die Technische Schule und geht dann von 1905 bis 1908 auf die Handwerksschule in Innsbruck. Danach besucht er die Akademie der Angewandten Kunst in Wien (1908 – 1912)

Als der Erste Weltkrieg vorbei ist lehnt er den Lehrstuhl der ihm von der Akademie angeboten wurde ab und kehrt 1920 in Begleitung seiner Frau May Ottawa, die er ein Jahr zuvor geheiratet hatte, nach Bozen zurück. Hier widmet er sich vor allem der Planung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen für wichtige in- und ausländische Firmen. Seine Ausbildung und Erfahrung bringt ihn zur Entwicklung des „globalen Kunstwerks“: die einzelnen Einrichtungsstücke müssen gleichzeitig zweckmäßig und schön sein. Zu dieser Zeit arbeiteten viele Architekten nach diesem Konzept. Man hielt es für wichtig, dass der Harmonie eines Raumes in einer bestimmten formellen Idee Ausdruck verschafft werden müsse. Man denke nur an die Orientierungen der „Schottischen Schule“ in Glasgow, an Van de Valde der in Weimar die renommierte Schule der Angewandten Künste eröffnete (1906), an Ernesto Basile den Planer des Palazzo Montecitorio in Rom, der für die Firma Ducrot in Palermo arbeitete die große Hotels, fürstliche Wohnsitze und prestigeträchtige Ozeandampfer ausstattete.

Hofer entwarf auch Stoffe, Türgriffe, Geschirr im alle einem einzigen Leitmotiv folgten und der Entwurfsethologie der Wiener Werkstätte entsprachen. Er hat auch zahlreiche Arbeiten als Plakatmaler gemacht wie zum Beispiel die von der Firma Ammon in Bozen 1926 in Auftrag gegebene Werbung für die Schreibmaschine „Adler“; 1935 für den Hundertsten Geburtstag Vincenzo Bellinis und 1947 für die Ausstellung der Südtiroler Künstlervereinigung.

Er hat zahlreiche internationale Auszeichnungen bekommen: im Juni 1924 gewinnt er den Preis der „Reinen und dekorativen Kunst“ unter 450 Konkurrenten aus 10 verschiedenen Ländern; 1925 bekommt er in der Internationalen Ausstellung in Paris die Goldmedaille. Im gleichen Jahr nimmt er an der Ausstellung der „Tiroler Künstler“ in Gelsenkirchen teil.

1978 findet in der Domenikanergalerie in Bozen zum 90. Geburtstag dieses vielseitigen Künstlers eine Retrospektive zu seinen Ehren statt.
Unter den Werken die er seiner Stadt hinterlassen hat erwähnen wir den Bühnenvorhang des Theaters des „Haus der Kultur“, der nach seinen Entwürfen von der Tiroler Firma Haller angefertigt wurde (1967). Anton Hofer stirbt 1979 in Bozen.

Hofers Frau, MAY OTTAWA, eine Polin, wurde zur Wahlboznerin. Sie wurde am 8. September 1896 in Chybi bei Krakau geboren. Von 1909 bis 1914 lässt sie sich auf Anraten ihrer Ärzte in Pola nieder. Bei Kriegsausbruch entschließt sie sich die Akademie der Angewandten Künste in Wien zu besuchen. Hier besucht sie die Kurse von Rosalie Rothansls (Gewebe), von Adele von Starke (Emailmalerei) und von Eduard Wimmer-Wisgrill (Modeskizzen). Nach der Heirat mit Anton Hofer folgt sie ihrem Ehemann nach Bozen (1920). Sie war ein vielseitig begabte Frau und ihrem Mann als Künstlerin ebenbürtig. Sie erschafft Figuren und Wandteppiche von orientalischem Einfluss. Das Paar lebt einige Jahre einem Hotel in Rimini das Anton Hofer selbst entworfen hat. 19621 kehrt May nach Bozen zurück, wo sie das helle Atelier von Emmanuel Fohn in der Leonardo-da-Vinci-Straße, in dem schon die Gebrüder Stolz arbeiteten bezieht.
In dieser Umgebung erwachen Kindheitserinnerungen in ihr, die verzehrende Sehnsucht nach dem fernen Orient und nach einer unmöglichen Liebe die sie für immer in den schneereichen Weiten Russlands verschollen glaubt. So entstehen die Mosaike aus Stoff (auch Fortunato Depero hatte mit dieser Technik gearbeitet), die Limoges- und Cloisonnétextures. Ihre Werke erinnern an die malerischen Märchen Marc Chagalls, die Mythen von alten Religionen und an die vor Gold und Lack funkelnden byzantinischen Ikonen.

Ab 1964 nimmt die Künstlerin an zahlreichen Ausstellungen in Italien und im Ausland teil. Vor allem ihre Paneele aus Stoffmosaik lösen große Bewunderung aus: „Dorf meiner Heimat“ (1950), das an ihren Geburtsort erinnert; „Hahn kündigt den Morgen an“ (1961) und die „Versunkene Stadt“ (1968) das von Bozner Sparkasse erworben wurde. Das Wiener Museum für Angewandte Kunst kaufte ihren „Schöpfungszyklus“ ein textiles Mosaik in drei Abschnitten von jeweils 65 x 65 cm (1969).

Am 8 Juli 1988 wird ihr das Ehrenkreuz der Republik Österreich für ihre Verdienste im Bereich der Wissenschaft und der Kunst verliehen. 1995 findet sie fast hundertjährig und beinahe erblindet dank einer Ausstellung in den Räumen des Rathauses von Eppan ihren Kampfgeist wieder.

Continua

Home
Italiano
Deutsch
E-mail
Impressum
Privacy
Casanova

Haut- und Gelenkscreme mit Murmeltieröl Unterweger

€ 11,00

Decke Cecchi e Cecchi Jacq

€ 112,70
€ 95,50

Filzpantoffel Classic (Herren/Damen)

€ 54,95
€ 46,00