| GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK
Kaiser Maximilian I. von Habsburg (1459 – 1519), hat mit
seiner klugen Heiratspolitik, den Einfluss seiner Dynastie zu
festigen gewusst. Seine Heirat mit Maria von Burgund (1477),
der Tochter von Karl dem Kühnen, hat ihm das begehrte Gebiet
der Niederlande eingebracht. Sein Sohn Philipp, genannt der Schöne,
wurde durch seine Heirat mit Johanna der Verrückten, der
Tochter von Ferdinand II. und Isabella von Kastilien, zum König
von Kastilien und Aragon. So entstand jenes Band zwischen dem
Habsburgischen Königshaus und der Spanischen Krone (Hispania-Austria),
das die Basis für die Erweiterung des Reiches durch Karl
V. war. Zudem heben Friedrich und Isabella die Entdeckung Amerikas
durch Christoph Kolumbus erst ermöglicht.
Trotz dieser eigentlich günstigen Umstände, erlitt
die Wirtschaft der Österreichischen Staaten nach dem Tod
Maximilians erhebliche Einbußen. Der Grund dafür waren
vor allem Missernten die auf Naturkatastrophen folgten. Verschlimmernd
kam dazu, dass sich der Handel, infolge der Entdeckung der Neuen
Welt und der damit verbundenen neuen Rohstoffquellen, vom Mittelmeerraum
auf die Europäische Westküste verlagerte.
Der Thronfolger Philipp der Schöne (er starb 1506 mit nur
28 Jahren) trat ein schweres Erbe an. Sein Vater Ferdinand, der
in Spanien gelebt hatte, war bemüht gewesen eine strenge Wirtschaftspolitik
durchzusetzen, um die bankrotte Spanische Staatskasse wieder aufzufüllen
und gleichzeitig das soziale Ungleichgewicht auszugleichen.
Die Einführung von neuen Steuern, um die Verschwendung des
Hofes der unter dem schlechten Einfluss des liederlichen Gabriel
Salamanca stand, den Ferdinand aus Spanien mitgebracht hatte, zu
finanzieren erzürnte das Volk. Die Landbevölkerung folgte
dem Aufruf Peter Passlers zum Aufstand.
Die bischöflichen Geseztesmänner gingen gegen die Aufständischen
hart ins Gericht, es folgten Festnahmen und Enthauptungen. Die
Nachricht der der Aufstände der Deutschen Bauern im Frühling
1525 stachelten die Gewalttaten weiter an. Brixen und Neustift
wurden von bewaffneten Banden besetzt und geplündert, diese
machten auch vor Burgen, Ansitzen und Klöstern nicht Halt.
Diese Taten fanden in der wütenden Bevölkerung großen
Anklang. Sie wollten, dass den Privilegien des Adels und des Reichtums
in den Händen der Geistlichen endlich ein Ende bereitet wurde.
Dem kam die Unzufriedenheit die durch die Verbreitung des lutherischen
Gedankens genährt wurde hinzu.
Peter Plicke, der Autor einer bedeutenden Studie über die
Bauernkriege, setzt voraus, dass „der Bauernkrieg eines der
bedeutendsten Ereignisse der Deutschen Geschichte in der Zeit der
Reformation“ war. Dennoch war der Unmut in der Bevölkerung
kein rein deutsches Phänomen. Die Verschlechterung der Wirtschaftslage,
die Verbohrtheit des Adels, der seine Sonderrechte nicht aufgeben
wollte und der Verfall des überflüssig gewordenen Lehnsystems
machten sich mit den Folgen überall im deutschsprachigen Raum
bemerkbar. Die Bauernaufstände manifestieren sich in einer
Explosion von „Zorn und zerstörerischer Wut, tragen
unmissverständlich das Zeichen und die Merkmale des Erneuerungswillens.
Die so-genannte „Bauerndiet“, die im Juni des selben
Jahres in Innsbruck einberufen wurde, um diesen Konflikt zu lösen,
führte zur Abschaffung von bestimmten Privilegien der Aristokratie
und der Kirche. Diese Bestimmungen stellten fast alle zufrieden,
außer Michael Gaismair aus Tschöfs, der Sekretär
des Bischofs von Brixen, der zum neuen Anführer der Aufständischen
wurde. Trotz dieser Entgegensetzung kehrte man bald zur Normalität
zurück. In Eppan wurde ein gewisser Ganngl, der Anführer
der örtlichen Aufständischen hingerichtet, während
die letzten Krisenherde im Oktober 1525 durch den Eingriff der
kaiserlichen Söldner bekämpft wurden.
Als Folge dieser Ereignisse erlebte sowohl die heilige als auch die profane Kunstproduktion
für längere Zeit eine Unterbrechung.
Erst mit dem Konzil von Trient (1545-65) konnte man die ersten Anzeichen einer
Erholung dieses Gewerbes erkennen und im Laufe des folgenden Jahrhunderts wird
die Kunstproduktion wieder eine Blütezeit erleben.
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