Testatina

MALEREI


Die Italienische Renaissance war von drei Künstlern von Weltrang dominiert: Leonardo da Vinci (Vinci, Florenz, 1452 – Chateau de Cloux, Amboise, 1519), Michelangelo Buonarroti (Caprese, Arezzo, 1475, Rom 1564) und Raffaelo Sanzio (Urbino 1483, Rom 1520). Aber die Kunstgeschichte über diese Zeit strotzt vor Namen und Werken, die man an dieser Stelle nicht mehr erwähnen muss.
Mehr noch als die anderen bildenden Künste, wurde die italienische Malerei des 16. Jhdt. in den Ländern jenseits der Alpen mit Begeisterung aufgenommen. Auf besonderen widerhall stiß sie in Frankreich, wo die berühmte Schule von Fontainebleu gegründet wurde. Die französischen Künstler die in diesem Jahrhundert wegen ihrer Begabung hervorstecken und die sich wegen des lebhaften Realismus ihrer Kompositionen von der restlichen Kunstproduktion abheben sind Jean Clouet, dessen Sohn Françoise und Jean Cousin.

Wesentlich phantasievoller und komplexer stellen die flämischen Maler die Welt dar. Sie bauen ihre Werke auf strengen stilistischen Rastern auf, werden aber gleichzeitig von der italienischen Kunst beeinflusst. Die Künstler aus Flandern beschränken sich nicht darauf religiöse Themen zu behandeln. Die Gegenstände ihrer Malerei gehen von Marktszenen über Stillleben zu Hausfrauen die in der Küche arbeiten und sind vom Manierismus inspiriert, der sich mittlerweile auch in den Niederlanden verbreitet hat. Die begabtesten Maler dieser Epoche sind Hieronymus Bosch und Peter Brueghel der Ältere. Der letztere blieb trotz eines langen Italienaufenthaltes seiner eigenen, "isolierten" Kunst treu. Er fand seine Inspiration weniger in der zeitgenössischen italianisierten Kunst als in der Tradition seines Landes.
Domenico Theotokòpulos, besser bekannt als El Greco, der von Kreta nach Toledo gekommen war, gilt als der wichtigste Vertreter der hiberischen Malerei des 16. Jahrhunderts und gleichzeitig als eine der originellsten und "modernsten" Figuren der gesamten Renaissance.

Die Kunstwelt der Deutschen Renaissance kann sich einer Vielzahl von Künstlern von außergewöhnlichem Rang rühmen: Albrecht Dürer (1471 – 1528), Mattias Grünewald (1470 – 1528) und Hans Holbein der Jüngere (1497 – 1543). Diese Meister, die sich erheblich voneinander unterscheiden, spezialisieren sich in Bereichen die ihre einzelnen Persönlichkeiten unterstreichen: Dürer ist ein begnadeter Zeichner und Stecher, Grünewald ein großartiger Kolorist und Holbein ein Porträtmaler mit einem genialen Sinn für Farben. Zugleich entwickelt sich in Österreich der „Donaustil“, der sich auch in der Malerei von Michael Pacher (1435 – 1498) und in und in den Stichen Dürers äußert. Ein weiterer Anhänger dieses Stils ist auch der aus Franken stammende Lucas Cranch der Ältere (1472 – 1553), welcher sich als großer Holzschnitzer und Tafelmaler profiliert. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen subtilen und vielseitigen Intellektualismus aus.

Gegen Ende des Jahrhunderts, findet der aufkommende Manierismus sein treibendes Zentrum am Prager Hof von Rudolf II. hier arbeitet auch Bartholomeus Spranger aus Antwerpen (1546 – 1611), der in Italien und Frankreich Erfahrungen gesammelt hat. Eine Reise in die Niederlande im Jahr 1602 trug zur Verbreitung seines Stiles bei, der als das wichtigste Beispiel für den Manierismus des frühen 17. Jahrhunderts gilt. Ihm werden Künstler von starker Persönlichkeit, wie Johann von Achen aus Köln und Joseph Heintz der Ältere folgen. Der letztere ist der Autor des berühmten Gemälde „Satyr und Nymphe“ (1599) in der Alten Pinakothek in München. Beide wahren auf Studienreisen nach Italien gekommen. Ebenfalls in Rom ausgebildet wurde Adam Elseheimer aus Frankfurt. Nach einem Aufenthalt in München beim Hofmaler Johann Rottenhammer, lernt er in Italien die Kunst von Caravaggio, Tintoretto und Annibale Carracci kennen. Er spezialisiert sich auf die Herstellung von stark idealisierten Landschaftsbildern, mythologischen und religiösen Szenen, die er auf kleinformatige Kupferplatten gemalt hat („Rast auf der Flucht nach Ägypten“, ca. 1600, Berlin; Landschaft mit Merkur und Argus“, 1606, Uffizien, Florenz; „Flucht nach Ägypten“, 1609, Alte Pin., München).
Wir haben gesehen, dass die Ereignisse der Zeit, jegliche Regung in der Kunst unmöglich gemacht haben. Auch im Bereich der Malerei, wird im Laufe des gesamten Jahrhunderts nur ein spärlicher Betrieb verzeichnet. Hie und da machen sich mittelmäßige Künstler an Arbeiten die immer noch von der Gotik beherrscht werden. In der Pfarrkirche zum Heiligen Georg in Obermais, wurde in der Wand des Presbyteriums kürzlich ein Fresko wiederentdeckt, das die „Mariä Verkündigung“ darstellt und dem so-genannten „Hortus Conclusus“ angesiedelt ist und stark an ein Fresko Michael Pachers im Dominikanerkloster in Bozen erinnert (1490 ca.). Noch auf die ersten Jahre des 16. Jahrhundert gehen einige Zeugnisse der stilistischen Einflusses des Süddeutschen Raums, die von HANS SCHAÜFELIN eingeführt wurden. er hat in der Pfarrkirche von Lana die Tafel des Hauptaltars bemalt. Er handelt sich zwar um keine Meisterwerke, aber um Zeugnisse des vorherrschenden kulturellen Klimas, mit den Innsbrucker Hof als Mittelpunkt. Kurz darauf arbeitet SEBASTIAN SCHELL an den Fresken der Spitalskirche von Schlanders und an den Altarbildern auf Schloss, die aus dieser Atmosphäre entstanden sind. Einige Zeit davor war war das Band mit den Deutschen durch SILVESTER MÜLLER wieder hergestellt worden. Er hatte 1511 die eine Tafel die der Heiligen Katharina geweiht war angefertigt, die heute zusammen mit dem Porträt von Hans Lutz im Bozner Stadtmuseum aufbewahrt wird. Diesem Künstler sind auch einige Fresken mit „Geschichten der Heiligen Katharina“ zu verdanken, die in der Katharinakapelle im Inneren der Dominikanerkirche zu sehen sind. Auf die selbe Epoche geht auch das unschuldige „Urteil des Paris“ im Ansitz Fennhals in Kurtatsch zurück. Der Autor dieses Fresko ist unbekannt.

Diese Anführungen reichen, um zu verstehen, dass die Künstler jener Zeit die kulturellen Impulse die aus den Nachbarregionen kamen ignorierten. Im übrigen war die Südtiroler Tradition Neuem gegenüber noch nie sehr aufgeschlossen gewesen. Nicht einmal Albrecht Dürer (1471 – 1528), der selbst längere Zeit in Südtirol gelebt hat und den neuen Impulsen der Italienischen Kunst alles andere als gleichgültig gegenüber stand, konnte die engstirnige Kunstwelt begeistern.
Dürer, der im Dienst der Kaiser Maximilian I. und Karl V. stand, war auf einer Venedigreise den Zauber der Kunst Giambellinos und seiner Schule erlegen. Deshalb vermischen sich in seiner Kunst venezianische Elemente mit der nordischen Tradition des 15. Jahrhunderts, die mit Leonardesker Technik ausgeführt werden. Seine „Wissenschaft der Proportionen“ basiert auf der „Wiedererwachsung“ dem deutschen Pendant zur Renaissance. Aber die deutsche Renaissance ist zu komplex, um auf die Namen Dürer, Matthias Grünewald (1470 ca. – 1528) oder Hans Holbein der Jüngere reduziert zu werden. In jedem Fall orientieret sich die Künstlergeneration, die im frühen 16. Jahrhundert in Südtirol tätig ist am „Donaustil“, dessen Vorreiter MAX REICHLICH (1460 – 1519) war. Aber die Sache verläuft im Sand. Der Misserfolg der Künstler ist mit dem Fehlen von Mäzenen und von Anregungen. Nicht einmal das Beispiel, welches Michael Pacher vorgegeben hatte genügte, die Isolation in der sich die Südtiroler Meister befanden zu durchbrechen. Die hohe Niveau der Sprache Pachers war nicht verstanden worden, dies hatte eine negative Auswirkung auf die folgenden Jahrhunderte. Es ist vielleicht tröstlich, dass es sich um eine lange, schwierige Epoche voller Unruhen und Aufstände handelt. Unter den Künstlern, die trotzt der schwierigen Umstände etwas schaffen wollten finden wir den Bozner GEORG ARTZT, der sich mit bescheidener Fertigkeit die Altartafel der Kirche zur Heiligen Juliane in Vigo di Fassa bemalt hat (1517).
Zur selben Zeit war auch ANDREAS HALLER aus Sterzing tätig. Er hat die Altarflügel in der Kirche von Durnholz im Sarntal bemalt. Diese signierten und aus 1513 datierten Flügel befinden sich heute im Innsbrucker Ferdinandeum. Andreas Haller war wahrscheinlich ein Nachahmer von Michael Pacher und deshalb für die Impulse der Renaissance offen. Er ist mit aller Wahrscheinlichkeit der Autor von verschiedenen anderen Werken, wie den Altären des Täufers und des Evangelisten im Kloster Neustift und einiger kleiner Tafelbilder, wie jenes der Heiligen Barbara das im Kunsthistorischen Museum in Wien aufbewahrt wird. Einige Jahre später zieht der Maler BARTLMÄ DILL RIEMENSCHEINDER von Würzburg nach Bozen. Er ist der Sohn von TILMANN ein Schüler Albrecht Dürers. Dill hat 1547 die Wandmalereien am Haupteingang von Schloss Juval bei Kastelbell angefertigt. Er hat Tür- und Fensterbögen dekoriert. Pfeiler, Büsten und Telamone wurden als Scheinarchitektur aufgemalen. Andere dekorative Malereien betreffen das Wappen der Stinkmoser, Putten, Masken, Engelsköpfe und Sphinxen. Aus Sand in Taufers stammt hingegen PAUL LUCKNER der schon 1535 auf Auftrag des Domherren Hölzl die Tafel „ Die Predigt des Heiligen Paulus“ angefertigt hat (befindet sich heute im Diözesanmuseum), an der Renaissance-Einflüsse nicht zu übersehen sind.
Ein Wiederaufleben des Kunstbetriebs ist erst in den letzten zwei Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts zu verzeichnen, als die Kirchenvertreter in Brixen den Auftrag zum Wiederaufbau der bischöflichen Residenz in Brixen und den Bau eines Sommersitzes in Felthurns vergeben. Der Maler und Architekt PIETRO MARIA BAGNADORE aus Brescia bekommt den Zuschlag. Aber die Möglichkeit ein Werk von bestimmten künstlerischem Niveau zu schaffen wird nicht genutzt; Bagnadore beschränkt sich darauf flämische Vorbilder nachzuahmen. Erst der Kardinal Andreas von Österreich ermöglicht einen wahren Aufschwung des Kunstbetriebs. Er ruft den hervorragenden Maler HANS SCHMID aus Innsbruck zu sich, der sein Handwerk in Lugano gelernt hatte, wo er in Kontakt mit der lombardischen und der venetischen Kunst gekommen war. Für den Brixner Dom hat er die Tafel des Hauptaltares bemalt, die sich heute im Diözesanmuseum befindet. Das Altarbild in der Kapelle von Schloss Velthurns ist ebenfalls sein Werk. Nach dem Tod Schmids (1605) gibt es keinen Künstler der seine Nachfolge antreten kann. So bleibt das Schicksal der lokalen Kunst mittelmäßigen Künstlern wie GEORG TRABL, der die „St.-Elisabeth-Tafel“ in Sterzing (1598) gemalt hat, ANDREAS SOLBACH, der von 1597 vor allem in Bozen tätig ist und ANDREAS RAPER, der Autor der Fresken des „Heiligen Petrus“ in Gratsch, die 1583 fertig gestellt wurden, überlassen. In diesen Jahren ist die Wirken eines anderen deutschen Künstlers, der sich in Bozen nieder gelassen hat dokumentiert. Es handelt sich um GEORG MÜLLER aus Bamberg, den Autor der allegorischen und zelebrativen Fresken im alten Bozner Rathaus unter den Lauben und der Malereien mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Joseph im Palais Rottenbuch. Zuletzt wollen wir noch GEORG KLATH erwähnen, der ebenfalls im ausgehenden 16. Jahrhundert in Bozen tätig war und dessen Name aufgrund einer Überweisung von 16 Gulden für einige Malereien an der Nordwand der Kirche von Kampill dokumentiert ist.

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