Der Riese namens Langkofel
In
einer fernen Vergangenheit lebten in der Gegend um den Sellastock
gutmütige Riesen. Einer von ihnen war ein Schelm, der stets
neue Streiche ersann. Langkofel, so hieß er, ließ des öfteren
ein Hühnchen mitgehen und wenn die Bauern sich beklagten,
machte er die Füchse und Adler für den Verlust verantwortlich.
So gutmütig
seine Artgenossen auch sein mochten, dumm waren sie nicht. Ihr
Beschluss, Langkofels Diebestouren ein Ende zu setzen, war bald
gefasst. Es dauerte nicht lange, und sie ertappten ihn auf frischer
Tat, Langkofel aber leugnete seine Schuld ab und spielte den
Beleidigten. Als er sich dann zum dritten Mal am Hühnerstall
des Nachbarn gütlich getan hatte, wurde er vor den Hohen
Rat der Riesen zitiert. Seine Unschuldsbeteuerungen halfen ihm
nicht länger, das Urteil wurde gefällt und vollstreckt:
auf gleichsam magische Weise versank Langkofel in den Erdboden.
Dort haust er immer noch und an sein Dasein auf Erden erinnert
nur seine gegen Himmel ragende Hand, die Fünffingerspitze.
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