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Das Wasserkraftwerk zum selber testen – in der Sachsenklemme bei Franzenfeste

Durch diese hohle Gasse… eine Geschichte vom Tod, vom Leben und Energie Der geschwungene Durchgang einer Passenge zwischen schneeträchtigen Bergen des Alpenkammes lässt so manche Ähnlichkeit mit der gedrungenen Enge einer Wasserführung, zu den Turbinen eines Kraftwerkes erkennen. Im ersten Fall tauchen Erinnerungen aus früheren Zeiten hervor, in denen die Überschreitung dieser bedrohlichen Landschaft mit Gefahren verbunden war oder der Gedanke an Menschen wach wird, die in Armut und Not ihr eigenes Land verlassen und ihr Glück anderswo versuchen mussten. Das Bild einer Wasserkraftschleuse ist hingegen mit dem positiven Gedanken verbunden, man könne aus einer Enge neues Leben, Licht und Energie schöpfen. Energie ist doch so eng an die Vorstellung einer Geburt und eines wachsamen Zustands geknüpft, egal ob es sich dabei um einen Menschen, eine Knospe oder einen neu entstandenen Stern handelt. Nun hat es der Zufall so gewollt, dass dieses einsame Kraftwerk an einer Stelle steht, die eine dreifache hohle Gasse darstellt. Aus dem engen Bergltal strömt zum einen das Wasser mit dem es möglich wurde etwa 30 Häuser und ein Hotel mit Strom zu versorgen. Weiters stellt diese Talenge, auch „Sachsenklemme“ genannt, jenen gezwungenen Durchlass dar, in dem 1809 hunderte sächsische Soldaten, als Verbündete der Franzosen den Tod fanden. Das Gelände erlaubte kaum Umwege und Umgehungen, was deren Feinde mit Absicht zu nutzen verstanden. Nicht zu letzt ist diese Talenge aber auch ein wichtiger Korridor durch die Alpen, der es zahlreichen Tierarten ermöglicht, den wichtigsten Gebirgszug Europas von Osten nach Westen (oder umgekehrt) zu durchqueren, da in unmittelbarer Nähe die Autobahn in einem Tunnel verläuft. In keinem dieser Fälle gibt es eine Alternative: weder können die Tiere Straßen und Eisenbahn anderswo überqueren, noch konnten die Sachsen ihrem Schicksal entgehen oder das Licht und die Wärme aus ungebündeltem Wasser entstehen.

Entdeckungswanderung

Kompass Landkarte 56

Mittelschwierige Waderung
Mit dem Pkw erreicht man die Ortschaft Grasstein (886m) indem man entlang der Brenner-Staatsstraße Nr. 12, etwa 700 Meter nördlich der Ortschaft Sachsenklemme links einbiegt, über eine Brücke den Eisack und durch eine Unterführung die Autobahn durchquert. Man durchfährt Grasstein und folgt der nun ansteigenden Straße bis man das Durchfahrtsverbotsschild, drei Kehren oberhalb des Lechnerhofs (1050m) erreicht. Nun geht es zu Fuß weiter, der Markierung Nr. 14-15 folgend, an den Höfen Puntleider und Fischnaller vorbei. Die Markierung Nr. 14 steigt steil an, durchquert die Kehren eines Forstweges und erreicht bald die Puntleider Alm (1.777m). Bis hier hat man den Großteil des Höhenunterschiedes überwunden, weshalb es sich unbedingt lohnt die letzten 80 Höhenmeter bis zum malerischen Puntleider See (1.847m) zu bewältigen. Der Rückweg erfolgt entweder der Aufstiegsroute oder, für anspruchsvollere Wanderer, entlang Wegmarkierung Nr. 14 über das Schönjoch (etwa 2.100m) bis zum Wanderweg Nr. 15 in unmittelbarer Nähe der Sulzenalm. Endlich steigt der Weg durch das Bergltal in Richtung Eisacktal hinab, trifft erneut auf den Fischnallerhof von wo man aus in Kürze den Ausgangspunkt erreicht.
Höhenunterschied: ca.800m (1.000m falls man über das Bergltal absteigt)
Gehzeit: 5-6 Std.


 
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