Testatina

Die Ultner



Cartina Kompass 358

In den Bergen Südtirols öffnet sich uns eine eigne Welt, die von Idealisten bewohnt und bearbeitet wird.

Stellen sie sich für einen Moment vor sie seien ein Blatt welches vom Wind auf die Oberfläche eines Flusses getragen wird und von diesem werden sie vom Reschenpass zur Salurner Klause gebracht. wir sehen die Täler des Oberen Laufs der Etsch und rechts von uns das fast vergessene (oder vielleicht nie gekannte) Ultental. Der Taleingang liegt bei Lana, doch bleibt er jenen die vorbeifahren meist verschlossen, aber der aufmerksame Beobachter wird den Falschauer Bach der die Gaulschlucht aushöhlt entdecken. Sein Wasser entspringt dem Eis des Weissbrunners und durchfließt ein Tal voller Wälder und Weiden das auch die grausamste Seele friedlich stimmen würde.
Die Landschaft die dieses Eck Südtirols charakterisiert ist eine der eingängigsten unseres Landes. Es ist ein Land der Seen, der Wasserfälle der Zirm-, Lärchen- und Tannenhaine und der nie zu hohen Berge, deshalb werden wir hier, wo es die Natur besser als irgendwo sonst geschafft hat den Menschen zur Besinnung zu bringen, keine großen Gletscher oder steile Berghänge. Es ist ein von 40 Kilometern Ausmaß welches vielleicht durch seine sanften Linien und durch den versteckten Eingang zu einem kleinen, abgeschiedenen Paradies wurde. Es soll ohne Eile, Stück für Stück gezeigt werden, wie ein Gut das man mit Stolz und Liebe hütet. Wie ein Garten in dem die Blumen nicht zertreten werden sollen, ein Garten voller guter Früchte oder wie eine Stube in der man mit den lieblichen Stimmen der vor dem Haus spielenden Kinder ein Nickerchen machen kann. Das ist das Altental: ein Streifen Erde an dem man gerne ein Stückchen seines Herzen zurücklässt.

Am Anfang war der Sumpf

Auch wenn das Tal schon in der Vorzeit bewohnt war, wie neuere Ausgrabungen beweisen (St. Walburg, Kirchbichl) tauchen Siedlungen von einer bestimmten Wichtigkeit hier nur im Mittelalter auf. Die geschriebene Geschichte beginnt nur um das Jahr 1000. Der Name Ulten taucht zum ersten Mal 1082 in einer Schenkungsurkunde auf als der Graf Berthold von Leunan und Braunsberg die Pfarrkirche von Ulten (zu St. Pankraz) an das Kloster von Weingarten abgab, in dem sich heute noch diese Urkunde befindet. Das Wort "Ultun" geht auf indogermanische Ursprünge zurück und bedeutet "feuchtes und sumpfiges Gebiet". Da sich an der Stelle des heutigen Weisbrunner Sees und des Zoggler Stausees Torfgruben und Moore, oder wenigstens ein Feuchtgebiet befunden habe. Das Gericht von Ultun taucht in Schriften von um 1140 im Zusammenhang mit den Herren von Eppan auf. 1253 ging es an den Grafen von Tirol über. Die Grafen Meinhard I. und II. wollten einen Richter benennen der dieses Tal, welches in 12 "Werche" (Weiler) eingeteilt war, verwalten sollte. 1320 übergab der König Heinrich die Macht über das Gericht von Ultun an seinen Stiefbruder und verlieh ihm so den Titel "Heinrich von Eschenlohe".Im Jahr als das Europa Christoph Kolumbus' offiziell Fuß auf amerikanischen Boden setzte überließ der Kaiser Maximilian von Österreich das Tal den Herren von Trapp deren Nachkommen bis 1989 die Burg von Ulten, auch Eschenlohe genannt besaßen (die leider nicht zu besichtigen ist). Auch wenn der erste christliche Bau der wahrscheinlich die Kirche von St. Pankraz ist, hatten die anderen Siedlungen wahrscheinlich eigene Tempel die auf alte Ursprünge zurückgingen. Nach dem Konzil von Trient (1545-63) wurden auch den Ortschaften St. Walburg, St. Gertraud und St. Nikolaus eigenständige Kirchen zugesprochen. 1904 kam die Straße nach St. Walburg, aber erst 1945-50 nach St. Gertraud. In den Nachkriegsjahren wurden hier fünf riesige Wasserkraftwerke errichtet. Es ist offensichtlich, dass diese der wirtschaftlichen Entwicklung enorm geholfen haben und den Bewohnern einige Vorteile verschafft haben auch wenn viele heute noch das Gegenteil behaupten. Der Zoggler See mit seinem künstlichen Becken und dem Staudamm wurde genau in der Mitte des Tales erbaut, wo einst Bauernhöfe aus dem 13. Jahrhundert standen. Die schönsten Wiesen von Ulten wurden darin versenkt, und gerade noch rechtzeitig wurden Objekte der "Ars Povera" gerettet und erhalten. So sind diese Bauwerke aus der faschistischen Epoche noch gut sichtbar und den Talbewohnern immer noch ein Dorn im Auge. Aber die Arbeitswelt hatte in den 50er Jahren nichts besseres zu bieten, und 130 Arbeiter aus dem Tal waren an den Bauarbeiten beteiligt.

Verzauberte Landschaft

So klein und augenscheinlich unbedeutend dieses Tal auch sein mag haben sich hier immer wieder interessante Besucher eingetroffen. In vergangenen Zeiten gab es hier neun Bäder und einen florierenden Thermaltourismus. Der Schriftsteller Ludwig Steub sprach von den Thermalbädern von Mitterbad als den wichtigsten Tirols. Königin Elisabeth von Österreich und Otto von Bismarck sind hier wie die Schriftsteller Thomas und Heinrich Mann oder Franz Kafka sowie zahllose Maler, Dichter und Künstler zur Erholung eingetroffen. Bei der Pension Eigenwirt, eine Gaststätte die in einem Bauernhof aus dem 14. Jhdt. kehrte sogar der Erzherzog Ferdinand von Habsburg ein. Mr. Dunhill, der König der Pfeife und des Tabaks liebte diesen Ort so sehr, dass er sich sogar ein eigenes Bad errichten ließ.
Aber auch hier gingen auch der Faschismus und die Eingriffe des Staates nicht spurlos vorüber, deshalb werden die staatlichen Arbeiter und Funktionäre immer argwöhnisch betrachtet.

Die bäuerliche Kultur

Ein Grund warum sich im Tal nicht die Art von Tourismus entwickelt hat die in den vergangenen Generationen Italien überrumpelt hat, ist, dass die Ultner im Einklang mit ihrer Erde und ihren Traditionen leben. Die Bauernhöfe sind eigenständige Betriebe, die das ganze Jahr über bewohnt sind. Es gibt hier über 1000 Berghöfe die auf einer Höhe von 1700-1800 m liegen die aber trotzdem immer noch bewohnt und bewirtschaftet werden.
Ein Hof umfasst das Stück Land und Wald, dass er zum überleben braucht und die Arbeiten werden immer noch auf altmodische Weise errichtet. Meist erbt der erstgeborene Sohn den Hof und das Recht ihn zu bewirtschaften. Die anderen Kinder können am Hof bleiben und bei Ihrem Bruder im Dienst stehen, oder den heimatlichen Hof verlassen. Man könnte meinen, dass dies eine veraltete Regel sei, doch wurde dadurch die Anthropisierung der Grundstücke verhindert.
Heute haben noch viele Bergbauernfamilien ihre eigene Mühle, bauen die Pflanzen an die man braucht um eventuelle Reparaturen an den Schindeln der Dächern vorzunehmen und halten Pferde die im Winter das Holz transportieren oder andere schwere Arbeiten wie z. B. sogar pflügen müssen. Nichtsdestotrotz hat die Fläche des gepflügten Landes in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen, da es leichter ist Milchvieh zu halten, welches mit dem Heu der Weiden gefüttert wird. Die Milch wird an die Konsortien von Meran oder Bozen verkauft. Die Häuser sind gepflegt, die Äcker werden von Lattenzäunen abgetrennt, die Wälder sind sauber usw. Fast das gesamte Tal ist in Privatbesitz. Und es ist wahrer Idealismus der in den in den Seelen der Höfe pulsiert. Man muss nur an eine Familie denken die über 200 Jahre lang auf dem selben Hof gelebt hat und dafür eine besondere Anerkennung bekommen hat: der Erbhof. Auf seinen Weiden gibt es 36 Almhütten

Die Ururgroßväter der Alpen

Es sind tausendjährige Lärchen die anderswo schon vor Jahrhunderten gefällt wurden die sich im Ultental erhalten haben um bewundert und gestreichelt zu werden. Den Experten nach sind sie 1950-2050 Jahre alt und gelten als die Ururgroßväter der alpinen Pflanzen, die wie durch Magie bis zu unserer Zeit erhalten geblieben sind. Sie haben einen enormen Umfang: sieben Leute die, sich an den Händen haltend, den Baum umarmen wollen werden dies nur unter Schwierigkeit schaffen. Die anderen Bäume sind nicht weniger beeindruckend: in einem kann man sich in den völlig ausgehöhlten Stamm setzten und von innen den Himmel sehen. Lärchen wie diese gibt es nur wenige in den Alpen.

Nützliche Informationen und Adressen von Ulten

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