Testatina

Vogelkundliche Wanderungen in Südtirol


Südtirol bietet unterschiedliche Möglichkeiten zum Birdwatching als seine Nachbarregionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien, welche durch feuchte Gebiete wie Lagunen und Flussmündungen gekennzeichnet sind, in denen eine einzigartige Vogelwelt beheimatet ist. Nordöstlich von Südtirol, im westlichen Vorarlberg (Österreich) gilt das Rheindelta/Bodenseegebiet als das ornithologisch interessanteste Gebiet des Alpenraums und ganz Zentraleuropas. Dennoch bietet auch die Provinz Bozen vor allem im Bezug auf Arten die in gebirgigen oder bewaldeten Gebieten heimisch sind, einmalige Möglichkeiten zum Birdwatching. Ab einer bestimmten Höhe kann man fast überall große Raubvögel wie den Steinadler oder Sperlingsvögel wie die Alpenbraunellen, Steinschwätzer, Schneefinke und Krähen beobachten. Eine Begegnung mit den „begehrten Arten“ wie dem Mornellegenpfeifer, dem Dreizehnspecht oder dem Sperlingskauz und Raufußkauz oder dem Schneehuhn ist wesentlich seltener, es ist sehr schwierig auf die genannten Vögel zu stoßen, wenn nicht systematisch danach gesucht wird. Für detaillierte Informationen können Sie sich an die lokalen Birdwatcher wenden oder via Internet auf den Seiten von EuroBirdNet-Italia (www.ebn.it) die gewünschten Informationen einholen. Die Möglichkeiten um Naturexkursionen zu machen oder Birdwatching zu betreiben sind schier endlos.
Unter den zahlreichen Südtiroler Naturschutzgebieten die sich allesamt hervorragend zum Birdwatching eignen empfehlen wir Ihnen neben dem Nationalpark Stilfserjoch, welcher eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt hat auch die zahlreichen Naturparks wie zum Beispiel den Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Er bietet, auch wegen der Karsterscheinungen, eine der interessantesten Landschaften in den Dolomiten. Der Naturpark Fanes-Sennes-Prags wird von St. Vigil aus über das Tamerstal erreicht. Am Ende der asphaltierten Straße kommt man in einen ursprünglichen Wald in der vor allem aus Silbertannen besteht, hier sind der Schwarz- und der Grauspecht zu Hause. Im Park leben nicht nur zahlreiche Gämse und Murmeltiere sondern auch der Mauerläufer, der in den Bergen zu Hause ist. Sonnenberg oder Mittagsberg werden jene Hänge zwischen Naturns und Schluderns im Vinschgau genannt die nach Süden ausgerichtet sind. Es handelt sich hierbei um sehr trockenen, steppige Berghänge, die in den Teilen die nicht wieder durch die Schwarzkiefer wiederbewaldet wurden mit einer strauchartigen, grasartigen Vegetation bedeckt sind. Diese für Südtirol so untypische Vegetation beherbergt eine einzigartige Vogelwelt.

Man kann hier Ortolane, Zippammern, Brachpieper, Sperbergrasmücken und, weniger häufig, die Zaunammern und Orpheusgrasmücken beobachten. Besonders interessant ist, dass in dieser abschüssigen Zone Steinröteln leben, und dass sich in den ausgehöhlten Bäumen Zwergohreulen eingenistet haben. Häufig trifft man hier auf Neuntöter, Weidenhöpfe und Steinhühner. Wegen der großen Anzahl der zu beobachtenden Arten bieten sich die verbliebenen feuchten Zonen in den Talbecken und die entlang der Flugrouten ohne die Bergseen zu vergessen, die für Vögel und Vogelkundler gleichermaßen günstige Bedingungen bieten. Zu den wichtigsten Zonen gehören der St.-Valentin-See in der Nähe des Reschenpass, die Mündung des Valschauerbaches mit kleinen Tümpeln bei Lana, das Biotop des Flusses Ahrn bei Bruneck und der Kalterer See südlich von Bozen. Diese Umgebungen sind das Habitat einer Vielzahl von Wasservögeln, einiger Raubvögel und verschiedener Sperlingsvögel. Die erste der genannten Feuchtbiotops, der Haider See bei St. Valentin an der Heide, beherbergt nicht nur einen wichtigen Teil der Nestbauer in Südtirol, sondern ist bisher auch der einzige Ort in Südtirol an dem sich die Reiherente vermehrt. Dies ist ein fast unbekannter hot-spot der zusammen mit dem großen und eindrucksvollen Reschensee und dem kleinen Glurnser Staubecken regelrechte ornithologische Überraschungen birgt. Unter den seltensten Vogelarten die bei diesen Gewässern beobachtet wurden gehören viele nordische Entenvögel wie der Singschwan, die Eierente und die Eisenente. Daneben leben auch andere seltene Vögel wie der Schwarzstorch und die Schneeammer hier. Es wurden auch sibirische Gänse wie die Bläßgans und die Saatgans beim Überwintern am Glurnser Becken beobachtet. Aber auch die Landschaft selbst verdient Aufmerksamkeit: im Süden thront der Ortler majesätisch über die mit Sträuchern und Waldungen durchsetzte Wiesen. Im Sommer widerhallt hier der Gesang der Goldammern und Wachtelkönige und im Winter macht der Raubwürger Halt. Zwischen den eindrucksvollen Bergen die diese Seen umzäunen fliegen auch große Raubvögel wie der Steinadler und der Bartgeier. Am Kalterer See hingegen überwintern bis zu 200 verschiedene Arten von Nestbauern und Zugvögeln. Der Herbst und zur Schneeschmelze (Februar bis Mai) bergen die besten Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung.
Es wird empfohlen den Kuchlweg der südlich des Sees entlangläuft, und der das Biotop von den Obstplantagen abgrenzt zu nehmen. Hier kann man im Frühjahr Tümpelsumpfhühner und kleine Sumpfhühner beobachten. Im süd-östlichen Pappelhain findet man Grün-, Grau- und Schwarzspechte die in den Stämmen der Pappeln nisten. Auf einigen Stegen am Seeufer sind Fernrohre angebracht mit denen man den Wasserspiegel beobachten kann. Die Arten auf die man hier am häufigsten trifft sind der Graureiher, der Kormoran, das Teichhuhn und verschiedene Entenarten von den Raubvögeln sind der Schwarzmilan und der Rohrweiher vertreten, der letztere ist in Südtirol nur hier am Kalterer See zu finden. Drosselrohrsänger, Teichrohrsänger, Rohrammer und Beutelmeisen halten sich im Schilf des Kalterer Sees auf, wo auch die Rohrdonnel anzutreffen ist. Im Seewasser suchen Stern- und Prachttaucher Rast, sie finden sich im November ein. Im Winter-Frühjahr tauchen regelmäßig Gänsesänger auf. Der Zwergsäger hingegen ist ein seltener Gast. Im Februar machen die Graugänse auf der Rückkehr vom Winterquartier hier Halt um danach die Heimreise wieder aufzunehmen. Zu den Zugvögeln die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt zählen der Fischadler, der Kranich und, unter den Singvögeln, das Blaukehlchen. Auch besonders seltene Arten wie die Zwergscharbe, die Ringelgans, die Schmarotzerraubmöwe und der Zweigadler wurden hier schon gesichtet.


Bibliografie:

Ortner P. Animali delle nostre Alpi 1980 - Athesia
Schweiggl M. Naturparke in Südtirol 1993 - Athesia
Verschiedene Autoren Biotopi in Alto Adige - La fauna 1987 - Athesia Editore
Verschiedene Autoren - LIPU Il Birdwatching in Italia 1996 - Franco Muzzio editore
Niederfriniger U. - Schreiner P. - Unterholzner L. Atlas der Vogelwelt in Südtirol 1997 - Tappeiner/Athesia
Brichetti P. – Fracasso G. Ornitologia italiana
Identificazione, distribuzione, consistenza e movimenti degli uccelli italiani
2003 - Alberto Perdisa editore

Nützliche Adresse:

Amt für Naturparke der Autonome Provinz Bozen: +39 0471 417770

Pflegezentrum für die Vogelwelt Bozen:
Handy +39 333 4221826
Internetseite: www.crabolzano.org
e-mail: info@crabolzano.org

Internetseite über Birdwatching: www.ebnitalia.it


Texte: Maurizio Azzolini - e-mail: morinellus@email.it

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