Testatina

Wie kommt die Marille in den Knödel?

Ein strahlend blauer Himmel wölbt sich über eine traumhafte Herbstlandschaft. Und ich bin mittendrin….Freunde, die sich am Wochenende in ihr kleines Bauernhaus am Berg zurückziehen , haben mich zum Essen eingeladen. Nun fahre ich, wie angesagt, eine kurvenreiche Straße hinauf, vorbei an schmucken Bauernhäusern, vorbei an einer kleinen Kirche mit einem dieser typischen Zwiebeltürme, wie sie in Südtirol vielerorts anzutreffen sind. Ein holpriger Seitenweg, dann tauche ich ein in die Idylle. Zwetschken-, Marillen- und Apfelbäume umschließen ein schnuckeliges Gehöft, und als ich eintrete, stürmen mir die Kinder entgegen, wohl wissend, dass ich gleich Geschenke aus der Tasche ziehen werde. Dann taucht schon Margit auf, meine Freundin. „Aua, das wird knapp“, stöhnt sie zwischen Begrüßungsbussi und Händedruck. Ein Blick in die offene Küchentür offenbart auch sogleich ihre Besorgnis. Überall stehen dort prallgefüllte Schüsseln mit Zwetschken und Marillen, gerade erst gepflückt, und auf Brettern liegen in Reih und Glied viele weiße Knödelchen. Auf dem Holzherd blubbert das Wasser in den Töpfen …Zeit also, den Tisch zu decken. Die Kinder helfen mir dabei, dann kommt auch noch ihr Vater dazu und zeigt uns stolz seine Ernte: knackige Bergäpfelchen, gesprenkelt in der Schale und besonders fein duftend. Feiner Zimtduft strömt nun auch aus der Küche in die gemütliche Stube, und da stellt Margit schon zwei große Schüsseln auf den Tisch. Eingehüllt in einen knusprigen Mantel und bestreut mit Zucker und Zimt , lassen die runden Bällchen schon Gutes erahnen. „Mmmh“, schmatzen bereits die Kinder. „Langsam, langsam“, ermahnt der Vater, „sonst verbrennt ihr euch noch eure frechen Zungen“. Da hat er recht, denn tatsächlich sind in den Knödeln süße Zwetschken und Marillen verborgen, und die wurden beim Kochen so richtig heiß. „ Aber wie sind die Früchte bloß mitten in den Teig gelangt?“, wundern sich plötzlich die Kleinen. Wir müssen lachen. „Mama kann eben zaubern“, sage ich. Und muss fast selbst daran glauben. Ist ja auch ein kleines Zauberstück, mit Früchten ein so köstliches Gericht zuzubereiten, dessen Duft allein schon wunderbare Erinnerungen weckt – an sommerliche Tage im Süden und gleichzeitig an die zimtsüßen Schleckereien in der Weihnachtszeit. Südtiroler Marillenknödel eben!

Rezept für Marillenknödel

Zutaten für vier Personen: 1 kg Kartoffeln, 80 Gramm weiche Butter, 1 Ei, zwei Eigelbe, Salz, 300 Gramm Mehl, 1,5 kg Marillen (Aprikosen), Würfelzucker, 180 Gramm Butter, 150 Gramm Semmelbrösel, Zucker und Zimt.

Die Kartoffeln mit der Schale kochen, noch heiß schälen, durch die Kartoffelpresse drücken. Etwas abkühlen lassen, dann mit Butter, Salz, Ei und Eigelbe vermischen. Mehl darüber sieben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten( wenn nötig, die Mehlmenge erhöhen). Kurz rasten lassen. Die Arbeitsfläche bemehlen, den Teig darauf 0,5 Zentimeter dick ausrollen, in 7 x 7 cm große Quadrate schneiden, die entsteinten Marillen mit je einem Würfelzucker füllen und mit dem Teig umhüllen. In kochendem Salzwasser ganz leicht zehn Minuten kochen lassen. Butter zerlassen, die Semmelbrösel darin unter ständigem Rühren braun rösten. Marillenknödel abtropfen lassen, dann in den Bröseln wälzen und mit Zucker und Zimt bestreuen. .


Texte: R. Erlacher

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