Testatina

Wenn der Osterhase unterwegs ist

Draußen macht sich schon der Frühling bemerkbar, die milde Luft verlockt zum Aufenthalt im Freien, Wiesen färben sich grün, die bis vor kurzem noch kahlen Baumäste und Stauden bedecken sich mit zartem Laub, in den Gärten färben sich Ginster und Forsythien gelb, und an den Wegrändern lugen die ersten Gänse- und Leberblümchen aus dem Winterlaub hervor. Dann ist der Osterhase unterwegs und versteckt in den Gärten und Wohnungen seine bunte Eier. „Aber Hasen legen doch keine Eier!“, entrüstet sich dann so mancher kecke Knirps. „Nur zu Ostern“, flunkern darauf hin die Erwachsenen, „ weil der Hase ist viel flinker als die Hennen und außerdem legen Hennen ja gar keine bunten Eier!“ Die Kleinen glauben es nur allzu gerne, weil es so viel Spaß macht, nach den bunten Eiern zu suchen. In den zahlreichen volkstümlichen Osterbräuchen leben vorchristliche und mythische Motive weiter, die erst später mit christlicher Symbolik belebt wurden. Nach uraltem Glauben ist das Ei die Quelle allen Lebens, der Hase gilt wie kein anderes Tier als Symbol der Fruchtbarkeit, bringt er doch im Jahr bis zu 20 Junge auf die Welt. Hase, Ei und Henne als Sinnbilder des Frühlingserwachens kommen in Südtirol wie eh und je in vielen Osterbräuchen vor. Die Paten beschenken zu Ostern ihre Patenkinder mit einem süßen Hefegebäck, das für die Jungen die Form eines Hasen und für die Mädchen jene einer Henne hat. Ebenso schenken sie ihnen bunt gefärbte Eier. Vielerorts werden dann diese bunten Ostereier zum „Eierpecken“ verwendet. Groß und Klein treffen sich am Sonntag nach dem Gottesdienst auf dem Pfarrplatz. Die hart gekochten Ostereier werden mit dem spitzen oder stumpfen Ende gegeneinander geschlagen. Dessen Ei dabei unbeschadet bleibt, hat gewonnen und kann das Ei des Widersachers an sich nehmen. Zu Hause wartet anschließend der österlich gedeckte Frühstückstisch, bei dem der in der Kirche geweihte Osterschinken mit Kren sowie der süße Osterkranz aus Germteig nicht fehlen dürfen. Auch hier spielt die Symbolik ihre Rolle – früher wurde für das Osterfest geschlachtet und der Schinken war nach der langen entbehrungsreichen Fastenzeit das erste Fleisch. Der Kranz hingegen gilt als Symbol des immerwährenden Lebens und der Auferstehung.

Rezept für zwei Osterkränze:

Zutaten: 500 Gramm Weizenmehl, 30 Gramm Hefe, ¼ Liter lauwarme Milch, 90 Gramm Butter, 1 Ei, 50 Gramm Zucker, 2 cl Rum, 200 Gramm Rosinen, ½ Teelöffel Salz, 100 Gramm gehacktes Zitronat, 1 Ei zum Bestreichen, Butter und Mehl zum Bestreichen.
Backzeit: ca. 20 Minuten

Das Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Vertiefung drücken. In der zerbröselten Hefe Zucker und etwas Milch auflösen und in die Mehlvertiefung einrühren. Das „Dampfl“ zugedeckt an einem warmen Ort 10 Minuten gehen lassen. Die Rosinen und das Zitronat in Rum etwas ziehen lassen. Die restliche Milch, die zerlassene Butter, das Ei, die Rosinen, Zitronat und das Salz beifügen und den Teig schlagen, bis er Blasen wirft. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche in sechs gleiche Teile trennen, zu Rollen formen, daraus zwei Zöpfe flechten und zu Kränzen zusammen flechten. Die Kränze auf das gebutterte und bemehlte Blech legen, mit Ei bestreichen, nochmals 10-15 Minuten gehen lassen und im vorgeheizten Rohr bei 180 Grad backen.


Texte: R. Erlacher

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