Testatina

Wenn Bienen sprechen könnten...

Wer- vorausgesetzt er verstünde die Sprache der Bienen -sich an einem schönen Julimorgen in der Nähe des Rhododendronstrauchs hier auf dem Hügel aufhielt, konnte folgendes Gespräch mit anhören.
M: “Hallo! Ich hab dich hier noch nie gesehen? Wer bist du? Woher kommst du?”
B: “Hallo! Ich bin Bitzi und komme von dem Bienenstock da unten. Du hast mich wahrscheinlich noch nie hier gesehen, weil dies erst mein zweiter Arbeitstag als Sammelbiene ist.”
M: “Und wie gefällt dir deine neue Arbeit? Übrigens, ich heiße Maja.”
B: “Freut mich Maja, es gefällt mir sehr von einer Blume zur anderen zu fliegen um Nektar, Blütenstaub und Propolis zu sammeln. Das ist viel interessanter als für die Instandhaltung der Waben mit dem Wachs zuständig zu sein, ohne je aus dem Nest zu dürfen.”
M: “Genau. Auch wenn in einem Bienenstock ungefähr. 40.000 von uns leben, fehlt es keiner je an Arbeit. Wenn man als Apis mellifera, also als Westliche Honigbienegeboren wird ist man pausenlos im Einsatz: man muss den Nektar sammeln, die Zellen reinigen und sterilisieren, die Larven füttern und groß ziehen, das Nest bewachen und vieles mehr. Nur die Drohnen, die kleinen Larven in ihren achteckigen Zellen und Ihre Hoheit die Bienenkönigin selbst führen ein feines Leben! Nach der Rückkehr von ihrem Hochzeitsflug widmet sich die Königin ausschließlich der Eierlegung. Im Frühjahr und im Sommer legt sie bist zu dreitausend Eier täglich. Ist sie nicht fleißig?”
B: “Das mag schon sein, aber sie tut in ihrem langen Leben nichts anderes! Wenn ich daran denke, dass sie bis zu fünf Jahren alt werden kann, während wir Arbeiterinnen nach 5 Monaten sterben kommt mir das sehr ungerecht vor. Und überhaupt hat immer sie das Sagen. Mit ihren Königinnenpheromonen lässt sie uns alle nach ihrer Pfeife tanzen. Dann muss man sie noch ihr ganzen Leben lang füttern. Wir Arbeiterinnen, die kaum 1,30 cm lang werden müssen die 2 cm große Königin nähren wie eine kleine Larve. Warum wurde ich nicht zur Bienenkönigin auserkoren? Innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Geburt kann jede Biene zur Königin werden, wenn sie nur mit Gelée Royale gefüttert wird.”
M: “Auch die Zellen in die man geboren wird machen den Unterschied, liebe Bitzi. Wir Arbeiterinnen schlüpfen aus den befruchteten Eiern unserer Königin, während die Drohnen aus den unbefruchteten Eiern entstehen. Um ehrlich zu sein, mich stört jener Mann, der uns regelmäßig den Honig wegnimmt. Seitdem er gelernt hat uns zu züchten ist er zum Herren über unser Leben geworden!”
B: “Stimmt, er hat einen Weg gefunden, uns die Frucht unserer Arbeit wegzunehmen. Das ist nicht richtig!”
M: “Das mag nicht ganz fair sein, aber zum Glück gibt es noch ein paar anständige Bienenzüchter. Unserer heißt Günther und er erleichtert uns unserer Arbeit indem er uns Bienenstöcke mit sogenannten “mobilen Waben” zur Verfügung stellt, das sind Wachsblätter in denen die Waben schon vorgedruckt sind. Ungemütlich wird es erst wenn Günther mit seinem Smoker, dem Rauchapparat auftaucht. Damit täuscht er einen Waldbrand vor und weckt unsere Urinstinkte. Wir sind so sehr damit beschäftigt soviel Honig wie möglich zu retten, dass wir ohnmächtig dabei zusehen wie er uns den Honig nimmt. Wenn er nicht einen Gesichtsschutz und die dicken Handschuhe aufgesetzt hätte würde er ganz schön viele Stiche davon tragen. Aber man muss auch dazu sagen, dass er uns Nahrung im Überfluss da lässt, um zu überwintern. Und mit seiner Honigschleuder löst er den Honig ohne die Waben zu beschädigen.”
B: “Man hat mir auch gesagt, dass Günther uns auch vor Krankheiten und Parasiten schützt, die uns Bienen angreifen können.”
M: “Ja, das stimmt, einer unserer gefährlichsten Feinde ist die Varroamilbe, ein Parasit, der unsere Blut (Lymphe) aussaugt. Wenn sie uns befällt entstehen aus den Larven verstümmelte Insekte, die nicht fliegen und nicht selbstständig leben können.”
B: “Das ist ja grauenhaft!”
M. “Aber zum Glück ist unser Imker Günther ein Anhänger der biodynamischen Landwirtschaft und so setzt er keine Pestizide ein, die auf Dauer Rückstände in unserem wertvollen Honig lassen würden. Stattdessen setzt er das ungiftige Thymol oder Säuren wie Milchsäure, Oxalsäure oder Ameisensäure, um den Schädling zu bekämpfen.”
B: “Das heißt unser Honig ist biologisch unbedenklich und gesund!”
M: “Ja! Nicht wie der Honig von Peter, der Bienenzüchter, der die Stöcke auf der anderen Seite des Waldes behandelt. Weißt du eigentlich dass wir, abhängig von den Blumen von denen wir zehren einen anderen Honig herstellen?”
B: “Ja, wir hier produzieren natürlich Rhododendren-Honig. Er ist mild und hat ein leichtes Aroma. Er hat aufbauende Eigenschaften, er beruhigt die Nervenzentren und hilft auch bei Arthritis.”
M: Sehr gut! Aber in Südtirol gibt es noch viele andere Honigsorten, die genau so gut und gesund sind.

B: “Ich würde gern noch verweilen und mit dir über das abwechslungsreiche Leben als Biene reden, liebe Maja. Was du mir erzählt hast war sehr interessant, aber ich muss jetzt wirklich weiter fliegen. Siehst du? Mein Sammelbeutel ist noch halb leer. Ich werde noch mindestens hundert Blüten aussaugen müssen, bis ich zum Stock zurück kann. Tschüss, Maja ich hoffe wir sehen uns bald wieder.”
M: “Du hast Recht, es ist schon spät geworden, auch ich muss zurück zur Arbeit. Bis bald, Bitzi.“


Text: A. Dolzan
Foto: Archiv Casanova

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