Kinder mögen Wasser. Eigentlich mögen Kinder alles was sich
bewegt, wie zum Beispiel Karuselle, Drachen und alles was bricht und
zerbricht, deshalb kann man sich gar nicht vorstellen, welche Freude
sie an einer anderen Art der Bewegung finden, die laut und ruhig zugleicht
ist.
Was soll daran komisch sein? Unsere Kinder sind an Motoren, Geschwindigkeit
und an eine technologisierte Welt gewöhnt.
Als ich klein war, faszinierte mich alles ferngesteuerte, die Fernbedienung
für den Fernseher zum Beispiel. Unsere Kinder nehmen das für
selbstverständlich hin. Aber etwas so schlichtes, wie die Wassermühlen
des Campilltales hat die Kraft, sie in ihren Bann zu ziehen.
Sie kennen diese Art der Bewegung ohne
Motoren, das Drehen ohne Elektrizität, der ganze Schaum, die klappernden
Mühlenräder, nicht. Das Mühlental ist
eineinhalb Kilometer lang und es gibt viele alte Hütten mit Holzschinteldächern
und anliegender Mühle zu sehen.
Die Erwachsenen werden von den “Viles” begeistert
sein, von der unglaublichen Geschichte der uralten Mühlen, die
es in dieser Form nur mehr im Mühlental, im Gadertal gibt.
Sie waren zusammengeschlossene Bergbauernhöfe, die auch dank der
Mühlen weitgehend autonom waren. Diese Beispiele einer uralten Siedlungsform
haben sich mittlerweile nur mehr in Campill und Wengen erhalten. Mit
der Kraft des Wassers wurden Messer geschliffen, die Spreu vom Weizen
getrennt und natürlich gemahlen. Die Kinder sind gar nicht von den
Mühlen wegzubekommen. Denken sie nicht an alte Werte und vergangene
Zeiten – das sagt den Kindern nichts – denken sie vielmehr
an das Wasser mit seiner gewaltigen Kraft und wie es für diese Kinder,
die in einer digitalisierten Welt leben, sein muss mit dieser Naturgewalt
zu spielen.
Plätscherndes, fliessendes, tosendes
Gewässer das durch Rinnenzu den Zahnrädern einer Mühle
und dann weiter zur nächsten geleitet wird. Es wurden insgesamt 30
Mühlen wiederhergestellt, sie sind allesamt funktionstüchtig.
Der Abstand zwischen den einzelnen Mühlen ist gering, es bleibt
gar keine Zeit zu fragen „Wann sind wir endlich da?“
Ausgangspunkt: Campill Typologiesche Route: zu Fuß Berghöhe Start: 1420 m Berghöhe Ziel: 1420 m Höhster Punkt: 1665 m Höhenunterschied: 265 m Streckenlänge:
5,349 km Dauer: 1.30 h Beschilderung: "Val di Morins" Zeitraum: April – Oktober Karte: Kompass Wanderkarte nr. 56,
Massstab 1:50.000.
Naturpark Puez-Geisler, Tabacco, Massstab1:25.000.