Testatina

Die Festung von Franzenfeste - Eisacktal

Man darf nicht meinen, ein Kriegsrelikt mit Gedenksteinen und Überbleibsel vorzufinden. Die Festung von Franzenfeste könnte man mit der “Festung Bastiani” aus dem Buch “Die Tartarenwüste” von Dino Buzzanti vergleichen, den Grund dafür versteht man aber erst nach deren Besuch. Der berühmte Nazischatz, der bislang unentdeckt blieb, könnte näher liegen als man glaubt.

Die Anlage Franzenfeste gehört zu den großen Bauten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jh. von den Italienern und Österreichern, in Aussicht einer kriegerischen Auseinadersetzung, errichtet wurden (in diesem Fall von den Österreichern). Tatsächlich verschlimmerte sich die Situation zusehends und artete in einem der schlimmsten Kriege der Geschichte aus, doch dies geschah erst drei oder vier Jahrzehnte nach der Vollendung dieser Festung. Der erste Stein wurde nämlich schon im Jahre 1833 auf Wollen von Kaiser Franz I gelegt. Jetzt wissen wir auch wessen Geist sich in der Warte und im Kerker umher treibt. Es ist die unruhige Seele von Johann Drogor, dem Alter Ego von Giovanni Dogor, dem jungen Offizier aus Buzzantis Roman, der sein Leben lang auf einen Feind gewartet hat der nie gekommen ist. Die Festung Franzenfeste wurde nämlich nie angegriffen, denn als der Krieg ausbrach befand sich die Front südlicher. Die Romanfigur Johann Drogor wurde als zwanzigjähriger in die Festung befohlen, er hoffte damit seine Karriere anzutreiben, aber die Jahre vergingen und wurden zu Jahrzehnten und Johann alterte ohne jemals einen Krieg zu erleben und ohne das die 130 Kanonen der Festung je einen Schuss abfeuerten. Als der Krieg dann letztlich ausbrach lag Drogor schon im Sterben außerdem befand er sich so weit weg, dass man nicht einmal das Kriegsdonnern vernehmen konnte. Erst dann verstand Dogor, wer der Feind war, auf den er schon so lange gewartet hatte und gegen den er sich der größten Mutprobe stellen musste: es war sein eigener, kleiner einsamer Tod.

Drogor nahm sein Geheimnis mit in den Tod und frische Kadetten, die nachrückten hinterließen weitere. Man sagt nämlich, dass die Deutschen auf dem Rückzug hier einen riesigen Schatz in Goldbarren hinterlassen haben, die Juden und anderen unbequemen Minderheiten enteignet worden waren. Obwohl es viele Quellen dafür gab, wurde der Schatz nie ausfindig gemacht. Aber das Interesse hat dazu geführt, dass man Hand an die Wehrmauern gelegt hat, die während zweier Kriege unbenutzt geblieben waren und in der riesigen Festung ein (Kein-)Kriegsmuseum erstellte. Die tiefen Schießscharten und die wuchtigen Wehrmauern lassen einen heute noch einen kalten Schauer verspüren, so wie die 400 Stufen die, die untere Festung (Talwerk) und die obere Festung (Hochwerk) verbinden. Der Besucher fühlt sich als ob er selbst zum Wachturnus abkommandiert wurde, wenn er die Wehrmauer entlang spaziert. Die Landschaft ringsum ist sanft, sonnig und sauber, wie man es nur von Südtirol kennt. Die bunte-Hemden-tragende Horden von Tartaren rasen auf ihren Gefährten an der Festung vorbei, ohne etwas von dem versteckten Schatz zu ahnen.

Info
Tel. 0039 393 9348503 (14.00 - 17.00 Uhr, Mo - Fr)
www.festung-franzensfeste.it - info@festung-franzensfeste.it

Preise
- Erwachsene 4,00 €
- Kinder bis 12 Jahren 1,00 €
- Gruppe min. 8 Personen 32,00 €

Für einen freundlichen Empfang vor Ort
Hotels: Alpin Hotel Masl - Mühlbach - tel. +39 0472 547187 - e-mail: info@hotel-masl.com


Foto: Renè Riller und Santer Hans Peter

Home
Italiano
Deutsch
E-mail
Impressum
Privacy
Casanova

Multifunktions-
Kinderwagen Thule Coaster

€ 420,00
€ 388,00

Schüttelbrot Näckler Klassik

€ 3,54

Filzhausschuhe für den Gast Orthopant (Herren/Damen)

€ 22,95
€ 19,00