Von St. Peter bis Tannas
Eine Herausforderung an die Unwegsamkeit
Von
allen Kirchen über die in dieser Rubrik gesprochen wird ist
jene von St. Peter in Tanas die einzige im barocken Stil und zudem
ist sich unter dem künstlerischen Standpunkt nicht besonders
interessant. Aber ihr Standort macht aus ihr ein Meisterwerk der Äquilibristik,
so wie sie auf einem Felsvorsprung über das Vinschgau errichtet
wurde. Das Panorama ist wirklich außergewöhnlich. Es
umfasst im Süden die Orgelspitze, über die Tschenglser
Hochwand bis zum Piz Chavalatsch.
Der trockene und steppige Sonnenberg auf dem die Kirche entstanden
ist war schon in der Vorzeit bewohnt. In der Gotik errichteten
die Bewohner der umliegenden Höfe eine Kirche, die aber von
der Wucht des Baches Tanas zum Teil zerstört wurde. Sie ist
vom Friedhof der heutigen Kirche aus zu sehen. Die St. Peterskirche
wurde um 1769 errichtet. Einige Meter vor dem Tor, kann man auf
der rechten ein in den Felsen gehauenes Zeichen erkennen, das einen
Sonnenreifen darstellt: das Symbol der Ewigkeit. Dieses Zeichen
wurde vor langer Zeit angebracht, man soll sich nicht von der daneben
stehenden Jahreszahl 1787 und den Initialen von Andreas Parth,
ein Bauer des Gsalhofes, beirren lassen. Wenn man sich länger
an diesem Ort aufhält kann man das Bedürfnis des Menschen
nachvollziehen, auf der Suche nach etwas Zeitlosem/Unendlichen
in der Abgeschiedenheit Gebäude errichten zu wollen. Sie taten
dies in der Hoffnung die axis mundi (Weltachse), welche einst den
Mikrokosmos mit dem Makrokosmos verband, heute aber von dem hektischen
und oberflächlichen Leben das wir führen unterbrochen
wird, wieder herzustellen.
Landkarte
Kompass 52
Route: von Eyrs (903 m), folgen
wir beim Hotel Post den Weg der dem Tannaser-Bach entlang führt,
bis wir uns auf der Linken (Wegweiser Nr. 21) ein Hinweisschild
den Weg zeigt. Wir klettern das zum Teil steppige Terrain empor
und kreuzen eine Forststrasse: wir biegen rechts ab und kommen
am alten Gsalhof vorbei, der mit einer schönen Sonnenuhr und
bemalten Ecken verziert ist.
Nach ein paar Metern gehen wir links zu dem Felsen von St. Peter
hinab (1364 m). Wer die Ruine des alten Kirchleins, das man von
oben sieht, besichtigen will, kommt auf dem Weg in 10 Minuten dorthin.
Rückkehr: beim Kirchlein,
nimmt man in der Nähe eines Kreuzes rechts den Weg der in
die unwegsame Schlucht führt, die man mit Hilfe einer Reepschnur
wieder hoch steigt (der Weg ist nach Regenfällen rutschig)
bis man auf die Strasse kommt, die vom Dorf nach Eyrs führt.
Variante: hinter Tannas kann
man links den Weg (Nr. 18) nehmen der zum einsiedlerischen Vernatschhof
und dann wieder auf die Asphaltstraße die nach Eyrs führt.
Zeit: Drei Stunden.
Höhenunterschied: 461 m.
Anmerkung: es lohnt sich einen
kleinen Umweg bis zum alten Weiler Tannas zu machen, wo sich ein
alter Gasthof befindet.
Texte und Bilder: Fiorenzo Degasperi |