Das Schwefelbad Bad Bergfall

Durch den beissenden, über Bad Bergfall schwebenden Geruch
aufmerksam geworden, veranlasste ein ständiger Badegast dieses
Kurortes, der Trientner Domherr Quirinus C. v. Tschiderer im Jahre
1840 archeologische Grabungen. Dabei kamen eine verschüttete
Schwefelquelle, eine Badeinrichtung aus römischer Zeit und
verschiedene Fundstücke zum Vorschein: Urnen, Schmuckstücke
aus Bronze und Münzen aus der Zeit der Kaiser Vespasian und
Titus. Solch antike Votivgaben sind nicht nur äusserst selten
und wertvoll, es sind auch interessante Zeitzeugen: sie beweisen
in diesem Fall z. B., dass sich die Römer, die dieses Bad
aufsuchten, nicht ausschließlich auf dessen heilende Naturkraefte
verließen. Sie hinterließen diese Opfergaben, um die
Heilgötter und Quellnymphen gütig zu stimmen und so den
Heilungsprozess voranzutreiben.
Einer alten Sage nach soll zwischen Bad Bergfall und der Rienz
bei Olang eine römische Stadt gelegen haben, die durch einen
Felssturz voellig zerstört wurde.
Leider wurden viele dieser Fundstücke im Laufe der Jahre an
die Badegäste verschenkt oder von diesen auch einfach mitgenommen.
Ein paar konnten gerettet werden. Sie sind heute im Innsbrucker
Ferdinandeum ausgestellt.
1720 liess Graf Guidobald von Welsberg in der Nähe
der Quellen die Bäder errichten die auch heute noch aufgesucht
werden, um die verschiedensten Leiden, von Rheuma bis Arthrose, über
Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten und Frauenleiden zu lindern.
Es wird überliefert, dass die örtlichen Bauern nach der
harten Arbeit auf den Feldern und in den Wäldern die Bäder
aufsuchten, um sich zu entspannen und zu erholen. Im Gegenzug dafür
brachten sie Brennholz mit.
Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt die Kapelle, die dem Heiligen
Theobald geweiht ist. Das originale Altarbild aus dem Jahre 1720
stellt einen Engel mit dem Welsberger Wappen dar und in den Wolken
mehrere Heilige, darunter die Krankenpatrone Sebastian und Rochus,
die auf je einer Tafel die Leiden aufzeigen, gegen die das Bad
hilft. Es sind insgesamt 23.
Das Schwefelbad in Südtirol:
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