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MALEREI


Der „gesündeste“ Bereich der Bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts, ist ohne Zweifel jener der Malerei. Von den apologetisch-zelebrativen „Performances“ Jacques-Louis Davids (Paris 1748-Brüssel 1825) und von anderen Künstlern die dem napoleonischen Mythos schmeichelten beeinflusst, warf sich die Malerei der Restauration in die Arme der Romantik und anderer Strömungen. Die bevorzugten Themen sind das Bürgertum und Landschaftsbilder.

Mit dem Ausbleiben der großen Aufträge für das Ausmalen von sakralen Gebäuden oder patrizischen Ansitzen, findet sich der Maler des 19. Jahrhunderts in großen Schwierigkeiten wieder. Wenn er in die Kunstgeschichte eintreten will, muss er unwahrscheinlich größere Mühen auf sich nehmen als seine Vorgänger. Dieses Problem wurde vom Kunsthistoriker E. H. Gombrich auf den Punkt gebracht: „Die Kunstgeschichte des 19. Jahrhundert wurde nicht von viel umworbenen und gut bezahlten Künstlern geschrieben. Es war vielmehr eine kleine Gruppe von Männer, die den Mut und die zähigkeit aufbrachte mit ihrer Kunst gegen die göngigen Konventionen anzugehen und neue Wege zu beschreiten.
So wie Florenz es während der Renaissance gewesen war, ist jetzt Paris das kulturelle Zentrum, wo angehende Künstler neue, stimulierende von den größten Meistern jener Zeit formuliert.
Unter diesen finden sich: Jean-Auguste Ingres (1780-1867), Schüler Davids; Eugène Delacroix (1798-1863); Françoise Millet (1814-75), Autor von luftigen Szenen aus dem Bauernleben; Gustave Courbert (1819-77), der Vater des „Realismus“. In England ruft eine Gruppe von jungen Künstlern die „Präraphaelitische Brüderschaft“ ins Leben, die Raffael dafür verantwortlich machten der Anführer eines missverstandenen „Kunstschaffen“, welches auf die Idealisierung der Natur beruhte. Unter diesen Revolutionären war auch der Sohn eines Italienischen Flüchtlings: Dante Gabriele Rossetti (1828-1882). Er war derjenige Künstler der sich am stärksten für eine Rückkehr zu den mittelalterlichen Werten einsetzte. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts tauchen die „Impressionisten“ auf, welche die Realität außerhalb des konventionellen Kanons der Akademien darstellen wollen. Es ist eine regelrechte kulturelle Revolution, die dazu neigt das Wahre „en plein air“ darzustellen. Zu den Impressionisten gehören: Eduard Manet (1832-83); Claude Monet (18470-1926); Auguste Renoir (1841-1919); Paul Cézanne (1839-1906). Zu den Vertretern des Post-Impressionismus, die sehr persönliche, phantasievolle mit einbringen, sind Paul Gauguin (1848-1903) und Vincent Van Gogh (1853-1890). In Italien entwickelt sich eine andere Bewegung: jene der „Macchiaioli Toscani“. Ihre wichtigsten Exponenten sind Giovanni Fattori, Silvestro Lega und Telemaco Signorini.

Im Deutschen Kunstpanorama des 19. Jahrhunderts treffen unterschiedliche Stile und Strömungen auf einander. Im Bereich der Malerei finden sich Vertreter der Klassik wieder (Jacob Asmus Carstens (1754-1798) und Heinrich Füssli (1741-1825)), die den Vertretern der romantischen Strömungen gegenüberstehen (G. David Friedrich (1774-1840), P. Otto Runge (1777-1840), Peter von Cornelius (1783-1867), Ferdinand Olivier (1785-1841)). Gegen die Mitte des Jahrhunderts erscheinen im Bereich des Biedermeiers, Sinnbild des bürgerlichen Geschmacks, zahlreiche Künstler: F. Georg Waldmüller (1793-1865), L. Adrian Richter (1803-1884), Moritz von Schwind (1804-14871), Carl Spitzweg (1808-1885). Adolf von Menzel (1815-1905) hingegen inspiriert sich am französischen Impressionismus. Unter den Landschaftsmalern ragen Karl Blechen (1798-1840) und Hans Thoma (1839-1924) hervor, während unter den Landschaftsmalern Franz von Lenbach (1836-1904) und Wilhelm Leibl (1844-1900) der sich am Realismus Courbert inspirierte.

In Tirol beruht man auf der Beschreibung von idyllischen Märchenlandschaften in der die Zeit stehen geblieben scheint hervorbringt. Den größten Erfolg genießen jene Künstler, welche schlau genug sind Szenen des täglichen Lebens festzuhalten. Es ist das einzige Thema das in der bäuerlichen Welt jener Zeit, die nicht bereit ist die fernen und unverständlichen Intellektualismen verstehen zu wollen, gut aufgenommen wird.

Linientreu mit diesen Tendenzen ist PLAZIDUS ALTMUTTER der wegen seines kleinformatigen Porträts von Andreas Hofer in Südtirol zu Ruhm gekommen ist. Beim diesem, am 4. September 1809 angefertigten, Bild (Städtisches Museum, Bozen) handelt es sich um eine einfache und improvisierte Arbeit, die aber mit einer gewissen Meisterhaftigkeit auf die psychologische Erkundung des Freiheitshelden zielt. Altmutter wurde am 25. Juli 1780 in Innsbruck geboren und er stirbt auf tragische Weise am 28. Dezember ertrunken in der Inn. Nach dem er im Atelier des Vaters seine Lehre absolviert hat, geht er 1801 nach Wien, um beim Maler Francesco Casanova zu arbeiten. Casanova, einst ein berühmter Maler von Schlachtszenen, war der Bruder des nicht minder bekannten Giacomo, der Autor der berühmten „Memoiren“. Zu den gelungensten Werken Altmutters gehören die Gemälde die zum Thema des Kampfes gegen die französische Besatzung entstanden sind: „Schlacht am Berg Isel“, „Angriff auf die Innbrücke“, „Niederlage der Franzosen bei der Mühlbacher Klause“ (1813), die sich fast alle in den Händen von Privatsammlern befinden. Der Künstler war auch der Autor von zahlreichen Zeichnungen, (einige davon werden im Städtischen Museum von Bozen aufbewahrt), und einer Reihe von Lithographien die um 1818 in Innsbruck gedruckt wurden.

FRANZ ALTMUTTER (1746-1817), der Vater von Plazidus, wurde 1746 in Wien geboren. Es war in Innsbruck als Porträtmaler tätig und widmet sich später der Freskomalerei, mit der er zahlreiche Tiroler Kirchen Ausschmücken wird. In der Pfarrkirche von St. Nikolaus im Pfitschertal befinden sich auf der Südseite des Kirchenschiffes einige partielle Fresken, die den Glauben, die Liebe und die Hoffnung darstellen. In der Pfarrkirche von Ratschings im Oberen Eisacktal hat der Künstler an der Decke des Hauptschiffes und des Presbyteriums Malereien, die die Geschichte von heiligen darstellen hinterlassen. In der St.-Antonius-Kirche von Walten (St. Leonhard in Passeier) befindet sich eine von Altmutter angefertigte Altartafel, die Heilige Familie darstellt. Auf der Hinterseite befindet sich die Inschrift „F. Altmutter Pinxit et invenit Innsprugg 1814.

Den ersten Südtiroler finden wir in JOSEPH RENZLER (1770-1842). Er wurde in St. Lorenzen in eine Künstlerfamilie geboren. Er ist im Bereich der sakralen Kunst, vor allem in der Gegend von Sterzing aktiv. Für Spitalskirche von Sterzing fertigt er eine Altartafel an, die das Martyrium des Hl. Sebastian darstellt, an. In der Wallfahrtskirche zum Hl. Kreuz bei St. Lorenzen (1732 erbaut) befinden sich drei Fresken aus seiner Hand: „Die bronzene Schlange“ an der Decke des Chorraums; „Die Hl. Cäcilia beim Orgelspiel“ an der Decke der Empore und „Die Wiederfindung des Kreuzes“ an der Decke des Hauptschiffes.
Andere Werke Renzlers sind: die Altartafel (auf der die Madonna bei der Übergabe des Rosenkranzes an den Heiligen dargestellt ist) der Pfarrkirche von St. Martin in Thurn; eine Altartafel auf der Maria vor dem Hintergrund des Dörfchens Pennes dargestellt ist, welche sich in der Madonnenkapelle von Weissenbach befindet (1815); in der Kirche zum Heiligen Johannes in Völser Aicha kann man zwei Altartafeln sehen, auf denen Johannes der Täufer und der Hl. Sebastian dargestellt sind (1840); auf das Jahr 1832 gehen die Malereien an der Decke und an den Zwickeln der Pfarrkirche in Mittewald zurück, die Szenen aus dem Leben des Heiligen Martin illustrieren; aus der selben Zeit stammen die Altartafeln in der Pfarrkirche von Mauls auf denen der Heilige Oswald und der Tod der Heiligen Josef abgebildet sind; eine weitere Altartafel Renzlers befindet sich in der St.-Margaret-Kapelle in Sterzing, diese ist der Schutzpatronin der Kirche geweiht (1822); die Pfarrkirche des Dörfchens St. Jakob im Oberen Eisacktal weist eine mit Fresken bemalte Decke auf, die Szenen aus dem Leben des Heiligen Josef und Episoden aus dem Alten Testament zitieren; 1841, im Jahr vor seinem Tod, hat der Künstler die Heiligen-Kreuz-Kirche im Pfitschertal ausgemalt.

Ein anderer erfolgreicher Vertreter dieses Genres war der am 30. April 1835 in Dölsach im östlichen Pustertal (Österreich) geborene FRANZ VON DEFREGGER. Auch er interessierte sie für die Heldentaten Andreas Hofers und seiner Kompagnons. Größere Aufmerksamkeit aber verdienen seine Bilder die das tägliche Leben in Beschreibungen von Begegnungen, Spielen, bäuerlicher Arbeit und Wirtshäusern erzählt. Defregger selbst stammte aus bäuerlichen Verhältnissen und wandte sich nur nach dem Tod der Eltern von der landwirtschaftlichen Arbeit ab. 1960 verkauft er dem elterlichen Hof und geht nach Amerika. Im darauf folgenden Jahr studiert er an der Akademie in München. 1978 wird er aufgrund seines großen Ansehens als Genremaler zum Professor für Historische Malerei der Königlichen Akademie ernannt. Zu seinen eingängigsten Werken gehören „Der Zitterspieler“ (1887), „Das Glockenspiel“ (1890), „Vom Regen überrascht“ (1891).

Einige Bilder Defregger werden im Städtischen Museum von Bozen aufbewahrt. „Die Näherin“, ein kleinformatiges Ölbild von 1873, ist ein geschmackvolles Beispiel von Genremalerei. Dem Naturalismus ist die Gruppe „Sarntheiner Bauern“ (1913) zuzuschreiben. Von diesen Arbeiten hebt sich das Gemälde "Tod eines Alpinisten" ab, wo sich die kompositorische Moderene vor allem in den Figuren, die das Bild bevölkern wiederspiegelt. Eher enttäuschend ist hingegen das Gemälde "Vorabend der Schlacht am Bergisel" von 1888. Das großformatige zelebrative Gemälde verherrlicht Andreas Hofer. Ähnliche Gemälde Defreggers werden in Berlin aufbewahrt: "Der letzte Kuss" (1874) und die "Heimkehr des Siegers" (1876). Sie sind gekünstelt und oberflächlich. Defregger hat auch Beispiele Sakraler Kunst, wie eine Altartafel des Heiligen Josef aus dem Jahr 1895.

In jedem Fall hat Defregger eine bemerkenswerte technisches Können bewiesen und es ist schade, dass er so von seiner Berufung zum Illustrator gefesselt war, dass er nicht bemerkte wie die Zeit verging und das in der Zwischenzeit neue Avantgardes vorrückten. Seine Malerei war rasch überholt und erwis sich, obwohl sie einen große Einfluss auf die Tiroler Künstler der Zeit hatte als obsolet und phantasielos. Defregger stirbt 1921 in München.

Zu der Schar der Schüler Defreggers gehört JOSEF MORODER LUSENBERG. Er wurde am 27. Mai 1846 in St. Ulrich geboren und fühlte sich bis zu seinem Tod 1939 den bäuerlichen Traditionen seines Tales verbunden. Er ist, unfähig seiner Kunst einen persönlicheren Anstrich zu geben, der Lehre seines Meister treu geblieben. Seine Szenen des ländlichen Lebens sind langweilig und schlampig ausgeführt. Sie stellen Figuren dar die versteinert scheinen und wirken nicht überzeugend. Tüchtiger scheint er in der Landschaftsmalerei. Hier scheinen die lebhaften chromatischen Phantasien die Atmosphäre der Weiden, Wälder und Berge zum schwingen zu bringen. Schön sind die Kleinformate die seinem Heimattal gewidmet sind (1900) und den Sellajoch und den Saslong darstellen. Nicht selten hat er auch ein gelungenes Porträt , wie jenes von Georg Ganeider (1909), das im Museum de Gherdeina aufbewahrt wir hervorgebracht.

Noch stark mit dem Klassizismus verbunden ist GIUSEPPE CRAFFONARA aus Abtei. Er hat im mittlerweile zerstörten Bozner Friedhof Fresken angefertigt. Sein allegorisches Gemälde „Hebe“ (die Frau Heraklits) von kann man im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck finden.

Aus Völs stammt ANTON PSENNER (1791-1866). Er hat in Wien studiert, und sich nach einem Aufenthalt in Rom der Künstlergruppe der „Nazarener“ angeschlossen, die von Wien aus ihren Kampf gegen den klassizistischen Akademiesmus führte. In der erneuerten Pfarrkirche der Völser Aicha hat er zahlreiche Szenen aus dem Leben von Johannes dem Täufer, dem die Kirche geweiht ist, in einem Stil angefertigt der noch in der Wiener Klassik verankert ist: am Tonnengewölbe befinden sich die Darstellungen der „Geburt“, der „Predigt“ und der „Köpfung“ (1824); die „Taufe Christi“ an der Altartafel und darüber, an der Decke den „Ewigen Vater“. Die Altartafel der alten Grieser Pfarrkirche (1849), die heute im Pfarrmuseum von Völs aufbewahrt wird, die den Hl. Nikolaus darstellt zeugt hingegen vom Übergang des Künstlers zu den „Nazarenern“.

Der Gruppe der „Nazarener“ gehörte auch der 1809 in Hamburg geborene RUDOLF FRIEDRICH WASMANN. Mit seinem endgültigen Umzug nach Meran erneuerte er auch sein künstlerisches Repertoire mit schellen „en plein air“-Kompositionen. Seine Werke werden zu den interessantesten Interpretationen des Frühen Deutschen Impressionismus gezählt. Er ist der Autor der süßlichen Porträts der „Putzer-Kinder“ den Söhne eines reichen Südtiroler Händlers. Wasmann stirbt 1886 in Meran.

Aus Tramin, wo er am 23. Jänner 1840 geboren wurde, stammt der unruhige Maler IGNAZ STOLZ senior, Vater der Künstler Ignaz junior, Albert und Rudolf. Der begeisterte Zeichner und Maler ist der Autor von zahlreichen romantisch angehauchten dekorativen Bildern von akademischer und akademischer Manier. Der Artzsohn zieht nach Bozen wo er ein Atelier für seine zahlreichen Tätigkeiten eröffnet: er arbeitet als Anstreicher, Bühnenbildner und sogar als Sargdekorateur. Er will, dass seine Söhne sein Handwerk lernen und macht sie zusammen mit seinen zahlreichen Angestellten im Atelier arbeiten. Seine barsche Art hat zur Folge das sich die Kinder von ihm abwenden. Er stirbt am 10. September 1907 in Bozen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert zieht der Votivmaler ALFONS SIBER aus Schwaz (1860-1919) nach Südtirol. Nachdem er in Wien studiert hat hinterlässt er in der Wallfahrtskirche von Weissenstein (1892) einige Fresken, die aber nicht mehr erhalten sind.

Ein Temperament ganz anderer Art hatte der Wahlsüdtiroler ALBIN EGGER-LIENZ. Er wurde 1868 in Stribach bei Lienz geboren und studierte in München bei Raupp, Hackl und Lindenschmit. Nach Aufenthalten in Wien und Weimar kommt er 1913 nach Südtirol. Er hält sich im Passeiertal, im Sarntal und in Sankt Justina auf, wo er bis zu seinem Tod 1926 leben wird, auf. 1911 war in München die Bewegung des „Blauen Reiters“ geboren, deren Gründer die Erneuerung der Kunstsprache postulierten. Aber es ist auch die Zeit von einschneidenden Fermenten, die am Vorabend des Ersten Weltkriegs die Welt der Kultur auf den Kopf zu stellen scheinen. Egger-Lienz zeigt sich aber unbeeindruckt von den neuen Strömungen, und widmet sich weiterhin der Genremalerei, also dem Studium von Historischen Subjekten, nach dem Vorbild von Franz Defregger, der unter den lokalen Auftraggebern weiterhin hoch gehandelt wird. Der reife Egger-Lienz ist wesentlich experimentierfreudiger. Er ist nicht nur ein großer Darsteller der bäuerlichen Welt, sondern beschäftigt sich auch gleichzeitig mit dem Expressionismus.
Im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck ist das Porträt von Fred, dem kleinen Sohn des Künstlers, aufbewahrt. Das 1908 angefertigte Bild erinnert an die elegante Ausschießung einiger Bilder Edgar Degas. Der Künstler entpuppt sich als scharfsinniger Interpret des Subjektes, welches mit starken, väterlichen Interesse gefertigt wurde. Auch das schlichte Thema der „Bauernstube“ (1920) wurde vom Künstler mit meisterhaftem Sinn für Raum und Farben behandelt. Auch das Gemälde „Die Mahlzeit“ ist in seiner dramatischen Würde, eine vollkommene und und bedeutende Komposition des späten Egger. Der Maler ist aber auch fähig sich in zärtlichen Tönen und gewinnender Poesie auszudrücken. Das Ölgemälde „Mutterschaft“ (50,5x18 cm, Galerie für Moderne Kunst, Palermo) zeugt von dieser Sensibilität. Die Figuren sind essentiell und synthetisch, sie werden vom Licht eines Lampions der im Vordergrund steht beleuchtet- er schafft eine ausgeglichene Harmonie von Licht und Schatten.

Ein gebürtiger Bozner hingegen ist ALOIS DELUG (25. Mai 1859). Nach dem Besuch des Gymnasiums geht er nach Innsbruck um Philosophie zu studieren. Aber Sokrates und Platon scheinen ihn nicht besonders begeistern zu können, da wir ihn im Herbst 1882 an der Wiener Akademie der Schönen Künste. Nach abgeschlossenem Studium begibt er sich 1886 für zwei Jahre nach Italien. Danach zieht es ihn nach München, wo er seine ersten Werke ausstellt. Später wird er in Österreich, Venedig, London und Chicago ausstellen.

Seine Malerei ist sehr gefällig, mit Subjekten die er „en plein air“ studiert hat. Im Gemälde „Kinder im Garten“ von 1890 oder der herrlichen Komposition „Märzwinde“ erkennt man Delugs poetische Ader. Die gelungenste Figur in diesem Gemälde ist das kleine, eine Lumpenbündel tragende Mädchen, dem aufgefallen ist, das sie beobachtet wird und stehen geblieben ist, um den Betrachter mit neugierigen Augen zu betrachten (Privatsammlung).

Delug beschäftigt sich für historische Subjekte, vor allem für das Alte Rom (Cornelia, die Mutter der Gracchen von 1884, oder Alachris Bestattung im Busento). Auch religiöse Themen fehlen nicht darunter sticht das 1888 entstandene Gemälde „Die Hl. Frauen am Kreuzweg“.

Als Freund vieler Persönlichkeiten der Besseren Gesellschaft jener Zeit, hat uns Delug eine Reihe von interessanten Porträts hinterlassen: jenes von Fritz und Paula Schorelemer-Alst von 1896/97, des Malers Tichy (1900 ca.), der Bürgermeister von Wien (Dr. Karl Lueger, 1904) und Bozen (Dr. Julius Perathoner, 1911) und das Familienporträt der Markl aus Wien. Auch in Amerika, wo er sich zwischen 1922 und 1924 aufhält, ist er als Porträtmaler tätig.

Delug, der viel auf formale Strenge gab, verlieh seinen Bildern einen Hauch von Schwermut. Diese Melancholie finden wir in den Augen seiner Figuren, in den Szenen des täglichen Lebens und in den Landschaften ohne Sonnenlicht.

Seine strenge akademische Ausrichtung hat ihn davon abgehalten sich für die wichtigen künstlerischen Neuerungen des „fin de siècle“ zu interessieren. Er schließt sich nur der „Wiener Secession“ , von der er 1897 einer der Gründungsmitglieder war. Die darauf folgenden Avantgardes wie der „Blaue Reiter“ von Kandinskys und Marc, Kirchners „Brücke“ oder der „Fauvisme“ von Matisse und Vlamick berühren ihn nicht im Mindesten. Aber im übrigen lieben wir ihn, so wie er ist, verbunden mit der Romantik des ausgehenden 19. Jahrhunderts voll von dämmeriger Poesie die einen rührt und Melancholisch stimmt.

Die Bozner haben Alois Delug im Rahmen einer vom Museumsverein, dem Delug selbst seit 1886 angehörte, organisierten Ausstellung entdeckt. Die Schau fand in den Räumlichkeiten des Rizzolli-Hauses in der Dr.-Streiter-Gasse statt. Dabei wurde durch den dichten Briefwechsel mit dem Bürgermeister Julius Perathoner auch das Interesse Deluegs für die Architektur dargelegt. Wir erfahren das Delueg unter anderem Vorschläge für die Errichtung eines Städtischen Museums eingebracht hatte. Delueg nahm 1898 eine Professur an der Akademie der Angewandten Künste in Wien an. Er stirbt am 16. September 1930 in der Österreichischen Hauptstadt. Zwei Jahre später wird ihm in der VI. Kunstbiennale in Bozen gedacht wo sein Portrait Dr. Perathoners ausgestellt wurde.

Zwei talentierte Künstler stammten aus dem Veneto. Der erste ist AGOSTINO GAETANO UGOLINI (Verona 1755-1824) Schüler Cignarolis. Er hat die schönen Altartafel der Salurner Pfarrkirche angefertigt, auf der die Heiligen Andreas und Nikolaus dargestellt sind, wie sie der Madonna ihre Ehre erweisen. Der zweite ist der in Venedig geborene COSROE DRUSI (1808-1859). Er hat die Bühnenvorhänge der Theater La Fenice und S. Samuele sowie verschiedene Werke in Tirol, München und St. Petersburg gefertigt. Er ist der Autor der Altartafel der Pfarrkirche von Graun, die als eines der gelungensten Gemälde jener Jahre gilt.

Der Strömung der „Nazarener“ schlossen sich weitere zwei Südtiroler an: ANTON BACHLECHNER aus Bruneck (1806-1854) und FRANZ HELLWEGER aus St. Lorenzen (1812-1880), die beide ein gewisses Ansehen genossen. Der selben Generation gehörte der Bozner LUIS ANREITER (1803-1882) an. Dieser widmete sich aber bevorzugt der Porträtmalerei, Spezialisierung mit der er auch in Wien erfolgreich sein wird.

Während dem Biedermeier (ab 1820 ca.), war die Landschaftsmalerei das gefragteste Thema der gutbürgerlichen Familien. Bekannte orte, am besten der Umgebung innerhalb der eigenen vier Wände wieder zu sehen, muss den Bürgern nach den unsicheren Zeiten der napoleonischen Ära ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe verschafft haben.

Dieser Strömung schließt sich auch der Sarner JOSEPH KIECHL (1808 – 1938) an. Er hat aus seinem kurzen Leben einige wenige Ölgemälde hinterlassen, die Ansichten seines Tales darstellen („Sarnthein mit Schloss Reinegg“, Städtisches Museum Bozen, von miniaturistischer Genauigkeit und linsenförmiger Auflösung der Landschaft und der Figuren). Als der Erzherzog Rainer zwangsweise nach Bozen zog, wurde er von einem kleinen Hofstaat begleitet in dem sich auch der Maler LUDWIG NEELMEYER (1814 –1870) aus Osnabrück befand. Leider erblindete dieser Künstler im Alter von 40 Jahren vollkommen, und beendete so einer Serie von gelungensten Zeichnungen und Ansichten, die zum größten Teil im Städtischen Museum in Bozen aufbewahrt werden. Die Tiroler Landschaftsmalerei bekommt durch die Bozner SEELOS – Brüder weiteren Zuwachs. Der Älteste, IGNAZ, wurde am 14. Oktober 1827 geboren. Obwohl er eigentlich Rechtswissenschaften studiert hatte, entschloss er sich 1850 Künstler zu werden. Seine Lieblingsmotive waren Ansichten von Dörfern und botanische Details („Häuser von Prissian“, „Ähren“, „Planzen mit Anemonen“). Der Künstler stirbt am 7. Juli 1902 in Wien.

Der Bruder, GOTTFRIED SEELOS, wurde am 9. Jänner 1829 in Bozen geboren. Auch er studierte in Wien Rechtswissenschaften. 1851 schloss er sein Studium ab, doch hat er sich schon ein Jahr zuvor begonnen sich für Malerei zu interessieren. Und schon 1852 stellt er in Wien, Bozen, München und Berlin aus. 1854 hat die Beziehung zu Theresia, der Schwester seines Lehrers Selleny, ihren Anfang. Er wird sie aber erst nach 32 Jahren Zusammenlebens, im Jahre 1886, heiraten. Sein erster Italienaufenthalt mit dem Schwager und seinen Brüdern geht auf die Jahre 1853/54 zurück. Er kehrt 1865 nach Bozen zurück. In der Zwischenzeit nimmt er an zahlreichen Ausstellungen, vor allem in Wien teil, wo er am 13. März 1900 stirbt. Er war der schaffensfreudigste der Gebrüder Seelos, und galt als der schöpferischste und berühmteste Südtiroler Landschaftsmaler seines Jahrhunderts. Unter seinen bekanntesten Werken wollen wir an „Seenlandschaft“ (Aquarell); „Bozen, gesehen von St. Magdalena“ (Aquarell- und Gouachemalerei von 1862); „St. Antoniuskirche in Bozen“ (Öl auf Leinwand, 1870); „Bozen von St. Moritz“ (Öl auf Leinwand, 1874); „Bei Haslach“ (Aquarell und Gouache).

GUSTAV SEELOS, der Jüngste der Künstlerbrüder, wurde am 12. September 1831 in Bozen geboren. Er studiert bis 1852 Ingegneurwesen an der Technischen Hochschule in Wien. Doch machte er schon 1850, von den Brüdern ermutigt, die ersten künstlerischen Versuche. Er interessiert sich vor allem für lithographische Stiche. 1864, veröffentlicht er, in Zusammenarbeit mit seinem Bruder, eine Reihe von kleinen Landschaftslithographien. 1888 heiratet er eine ältere Witwe. Danach zieht er nach Innsbruck, wo er am 14. Jänner 1911 stirbt.

Im Sommer 1993 hat der Bozner Museumsverein eine lobenswerte Initiative gestartet, er im Rahmen der Retrospektive im Rizzolli-Haus, das Werk der Seelos-Brüder einem breiteren Publikum eröffnet hat.

Unter den anderen Landschaftsmalern der Zeit, welche in Südtirol tätig waren wollen erinnern an: TONY GRUBHOFER aus Innsbruck (1855-1935); BEDWARD THEODORE COMPTON, um 1849 in London geboren. Dieser hat auf seinem Reisen zwischen Norwegen und Nordafrika auch in Südtirol Halt gemacht. Von der Schönheit der Dolomiten verzaubert realisiert er zahlreiche Landschaftsbilder, darunter: „Die Türme des Vaiolet“, „Aufstieg in die Sextner Dolomiten“ und „Hocheppan“ (1905), von warmen und pastösen Farben, das sich im Besitz von Privaten Sammlern befindet; KARL ANRATHER aus Magreid (1861-1893), ist der Autor der malerischen Dekorationen in der Magreider Residenz Löwengang. Im städtischen Museum in Bozen wird sein nüchternes, scharf umrissenes Gemälde „Die Zauberin“ aufbewahrt.

Unter den anderen Künstlern von rein lokaler Wichtigkeit finden wir:

JOSEF ERLER (Brixen 1804 – Innsbruck 1844), mittelmäßiger Landschaftsmaler, wie seine Gemälde im Städtischen Museum in Bozen beweisen, die nur ein dokumentarisch Interesse zu decken scheinen: („Ansicht von Bozen mit der von einem Brand 1837 zerstörten Eisackbrücke“, „Ansicht des Bozner Bodens von der Loretobrücke aus“, 1840 ca. )

GEORG WACHTER (Hall 1809 – Bozen 1844). Zieht 1847 nach Bozen, wo er seine Karriere als angesehener Porträtmaler beginnt. Er ist der Autor der Porträts eines Mannes und einer alten Frau, die wegen ihrer eigensinnigen Suche nach dem Detail recht gefällig sind. (Städtisches Museum, Bozen). Wir wollen sein „Porträt der Regina Red mit Töchterchen“ (1854, Privatsammlung) nicht vergessen. In dieser Arbeit schafft es Wachter jene jene Biedermeier-Welt hervorzurufen, die das Symbol eines ruhigen Bürgertums ist, das seine Sicherheiten von den materiellen Gütern mit denen sie sich umgibt bezieht.

HANS RABENSTEINER (Villanders 1849 – München 1930), Autor eines Porträts einer alten Frau, aus dem eine vom Leben geprägte Menschlichkeit sichtbar wird.

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