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MICHAEL PACHER


MICHAEL PACHER wurde um 1435 in Bruneck geboren. Er war, wie es damals üblich war sowohl Maler als auch Bildschnitzer. Es ist wahrscheinlich, das er in eine bedeutende Altarwerkstätte in Bruneck in die Lehre gegangen ist. Pacher war sicherlich in Berührung mit der Kunst von Hans Multscher, dem Autor des Altars von Sterzing, der von Stilelementen die aus dem Oberrhein und Schwaben stammten durchsetzt ist. Es ist wahrscheinlich, dass sich Pacher nach Italien begeben hat, um in angesehenen Werkstätten die Technik der Perspektive zu erlernen. Das ist dadurch bewiesen, dass seine Zeichnungen aus dieser Zeit erhebliche Fortschritte vermischt mit einer persönlichen Note aufweisen. Man glaubt das er auf einer Venedigreisen in Kontakt mit der Kunst von Jacopo Bellini gekommen sei, auch wenn man in den Werken Pachers nur selten auf den berühmten venetischen Kolorismus stößt. Bei seinem Aufenthalt in Padua hatte er die Möglichkeit, die Fresken von Andrea Mantegna (Isola di Caturo, Padova 1431 – Mantova 1506) zu studieren. Diese haben dem Künstler eine neue Auffassung des Raumes vermittelt.
Daraus entstand ein Meister der seinen Kompositionen Stück für Stück ein plastische Solidität und eine Ausdrucksstärke voller Menschlichkeit verlieh, wie sie in der deutschen Tradition noch nie da gewesen war. Die Leidenschaftlichkeit der Gesten seiner Figuren, sowohl in der Malerei als auch in der Plastik, zeigen wie gut er die Erfahrungen, die er bei den großen Meistern der Zeit gemacht hat, in die Tat umzusetzen wusste. Wir können also sagen, dass in ihm zwei gegensätzliche Strömungen, wie die lateinische Logik und der wohl bedachte Lyrik der nordischen Seele Ausdruck finden.

Das erste Werk von dem man das Datum des Beginns der Arbeit weiss (1471), ist der Altar der alten Pfarrkirche von Gries bei Bozen. Er wurde in vier Jahren fertig gestellt. Leider erlitt das Werk im Laufe der Jahrhunderte schwere Veränderungen. Heute ist nur mehr die Tafel jenes Altares erhalten, die nach dem Krieg restauriert und von den im 19. Jahrhundert veranlassten Ergänzungen befreit wurde. Sie kann in einer Seitenkapelle der selben Kirche bewundert werden. Das große Paneel ist fast unversehrt und man kann darauf den „Ewigen Vater und Jesus bei der Krönung Marias“ zwischen zwei kleinen musizierenden Engeln und Statuen der Heiligen Michael und Erasmus sehen. An ihren Füßen befinden sich zwei beflügelte Figuren, die wie die anderen, weite Überwürfe tragen. Über der Komposition verlaufen ein gotischer Fries mit durchbrochenen Elementen und überkreuzten Spitzbögen, die der gesamten Struktur schlanker machen. Die erhaltenen Altarflügel beinhalten nur zwei der ursprünglichen vier Paneele. Auf dem linken sieht man die „Anbetung der Könige“, die von einem geschmackvollen plastischen Sinn zeugt, besonders in der Figur des Pagen in Strumpfhosen der dem ganzen eine Renaissance-Note verleiht. Das Relief der „Ankündigung“ ist hingegen, trotz des reichen Faltenwurfs, ausgesprochen steif und grob. Die Predelle, die den Hauptschrein hervor heben sollte, ist verschollen.

Am 13. Dezember 1471, unterschreibt Pacher einen Vertrag für die Errichtung des Hochaltars von Sankt Wolfgang am Aberesse im Salzkammergut, der zehn Jahre später fertig gestellt sein wird. Pachers Stil erscheint reifer, er führt einschneidende Erneuerungen ein. Im geschlossenen Zustand weist der Flügelaltar vier Paneele mit Szenen aus dem Leben des Heiligen, zwischen den Statuen der Heiligen Georg und Florian. Wenn der Altar geöffnet ist sieht man acht Paneele mit Episoden aus dem Leben Christi. Die geschlossene Predelle beinhaltet zwei Tafeln mit den Kirchenvätern, wenn man sie öffnet sieht man ein Tiefrelief mit der „Anbetung der Heiligen“.

Nichtsdestotrotz findet man die gelungenste Arbeit des Pusterer Künstlers in den späteren Altären von Salzburg und Brixen. In Arbeiten wie diesen erkennt man die Effizienz der Erzählung, die Lebhaftigkeit der Szenen und die Komplexität des architektonischen Apparats. Leider wurden beide Werke zerstückelt und es sind nur mehr einige bemalte Tafel erhalten.

Pacher stirbt 1498, während der Fertigstellung (zusammen mit Marx Reichlich) des Altars in Salzburg. Die Figur Pachers ist eine einmalige Erscheinung in der (Kunst-)Geschichte Südtirols. Obwohl er zahlreiche Nachahmer hatte, hat es keiner von ihnen geschafft die ästhetischen Eroberungen des Meisters aus Bruneck in die Tat umzusetzen. Mit ihm werden die Strömungen des „dolce stile“ und des „dramatischen Realismus“ zurückgelassen und die Bildhauerei und die Malerei Südtirols erleben eine Blütezeit. Er war der spirituellste unter den Künstlern seiner Zeit. Seine Figuren beben vor der großartigen Polyphonie der Linien die wie ein bisher unerhörter lieblicher Chorgesang ertönen.

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