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WALTHER VON DER VOGELWEIDE


DER HERVORRAGENDSTE LYRIKER DES DEUTSCHEN MITTELALTERS

Als Friedrich II., der König von Sizilien und Kaiser über Deutschland ihm im Jahre 1216 ein Lehensgut in der Nähe von Würzburg schenkte, schrieb Walther von der Vogelweide, der seinem armseligen Umherschweifen endlich ein Ende gebracht sah, ein Lied voller überschwänglicher Freude und Dankbarkeit:

"Ich habe mein Lehen, hört es, ihr Leute alle, ich hab' mein Lehen!

Nun fürchte ich nicht mehr den Februarfrost an den Zehen und will in Zukunft die geizigen Herren nicht mehr anbetteln. Der edelmütige König, der großzügige König, hat so für mich gesorgt, dass ich im Sommer Kühlung und im Winter Wärme habe. Gleich erscheine ich auch meinen Nachbarn um manches vornehmer. Sie sehen mich nicht mehr wie vordem als Schreckgespenst an. Leider bin ich zu lange arm gewesen. Ich war so schmähsüchtig, dass mein Atem stank. Das alles hat der König wieder rein gemacht und meinen Sang dazu."

Welcher der genaue Geburtsort des größten Minnesängers deutscher Sprache sei ist bislang bestritten. Südtiroler, Österreicher, Schweizer, Deutsche und sogar die Tschechen beanspruchen ihn für sich. Die Deutschen haben ihr Land auf den Kopf gestellt, um die mysteriöse Ortschaft Vogelweide zu finden, was aber wahrscheinlich nichts anderes als ein Künstlername ist. In Südtirol will die Tradition, dass er in einer Familie des niederen, so-genannten Dienstadels auf dem Vogelweiderhof bei Waidbruck im Eisacktal geboren sei. Laut Franz Pfeiffer, gab es südlich des Brenners einmal eine Ortschaft Vogelweide. Den Historikern Zingerle und Sigismund Friedmann zu folge, liegt die Heimat des Minnesängers bei Lajen im Süden von Brixen, wo es ebenfalls einen Ort mit diesem Namen gegeben haben soll. Um den Streitereien ein Ende zu bereiten, hat eine eigens dafür entstandene Kommission 1874 einen Gedenkstein in dieser Ortschaft anbringen lassen. 15 Jahre später hat ihm die Stadt Bozen ein von HEINRICH NATTER angefertigtes Denkmal aus weißem Marmor gewidmet, das sich jetzt mitten auf dem berühmten Waltherplatz befindet.

ahlreich Werke von Walther von der Vogelweide sind überliefert: etwa 70 Lieder, ein umfangreiches Leich und hundertzehn Sprüche. Das Hauptmerkmal der Dichtung Walthers ist, dass er sich als erster vom gekünstelten Vorbild der provencealischen Minnesänger abgewandt hat. Dies erlaubte es ihm die höfische Dichtung der deutschsprachigen Länder vollständig zu erneuern. Die bedeutendste Neuerung besteht aus der Ablehnung des übertriebenen Kultes um die unerreichbare Edelfrau, der typisch für die höfische Lyrik des Mittelalters war und dem er das menschlichere Thema der erwiderten Leidenschaften gegenüberstellt. Er schöpfte aus der Vagantendichtung (Vaganten = fahrenden Studenten) und der Volkslieder und besang auch die sinnliche Liebe, wo nicht nur eine edle, unerreichbare Dame, sondern auch ein einfaches Mädchen vom Lande das Objekt der Begierde sein und besungen werden konnte:

"Unter der Linde auf der Heide, wo unser beider Lager war, da könnt ihr, sorgsam gepflückt, Blumen und Gras finden. Vor dem Walde in einem Tal, tandaradei, sang schön die Nachtigall."

In den Sprüchen stellte der Dichter eine unantastbare Moral und einen tief empfundenen Nationalpatriotismus an den Tag. Das widerspricht seiner Offenheit gegenüber plötzlicher Veränderungen als er mit stolzer Unabhängigkeit von einem herzoglichen Hof zum nächsten zieht. Er war dem Kaiser Friedrich II. demütigt unterworfen und wollte diesem auch nach dessen Rückkehr in das ferne Reich Sizilien weiter dienen. Walther von der Vogelweide unterstützte des Kaisers polemische Haltung gegenüber des Papsttums dem er eine Kirche die auf Liebe und wahren Glauben basierte gegenüber stellen wollte.

Walther von der Vogelweide wurde zwischen 1160 und 1170 geboren und lernte nach eigenen Angaben in Österreich "singen unde sagen" (d. h. komponieren und dichten). Zu dieser Zeit wurde Österreich von den Herren von Babenberg regiert; vielleicht sind die folgenden Verse an Friedrich den Katholischen gerichtet, der sein Gönner geworden war, die das Interesse des Herrschers für den Dichter erwecken sollten:

"Die Freigibigkeit der Herzogs von Österreich erfreut wie der sanfte Regen die Menschen und die Felder. Er ist eine schön verzierte Wiese, auf der man die üppigsten Blumen pflückt und wenn seine großzügige Hand dort ein Blatt für mich pflückte, würde ich das süße Schauspiel loben. Mit diesem sein ich ihm erinnert."

Es wird überliefert, dass Walther am Wiener Hof den Alten Reinmar, ein ausgezeichneter Dichter von Ritterepen, kennen gelernt habe, der als sein Lehrer gilt.

Bei dem Tod von Friedrich den Katholischen (1198), ging Walther an den Hof Philipps von Schwaben. Dieser war nach dem Tod seines Bruders Heinrich IV., der Ehemann von Konstanze von Sizilien, der sich 1197 ereignet hatte, damit beschäftigt die kaiserliche Krone zum Schutz der Rechte des jungen Friedrich II. der in Palermo lebte zu übernehmen. Die Dispute zwischen Philipp und Otto von Brunswick, der aufgrund verstrickter Umstände ebenfalls auf jene Krone die einst der Barbarossa gewesen war zielte.

Die Empörung von Walther ist offenkundig:

"Ich hört‘ ein Wasser rauschen und ging den Fischen lauschen, ich sah die Dinge dieser Welt, Wald, Laub und Rohr und Gras und Feld,was kriechet oder flieget, was Bein zur Erde bieget, das sah ich, und ich sag‘ euch das: Da lebt nicht eines ohne Haß. Das Wild und das Gewürme, die streiten starke Stürme, so auch die Vögel unter sich; so auch die Vögel unter sich;sie schaffen stark Gerichte, sonst würden sie zu nichte; Sie wählen Kön’ge ordnen Recht Und unterscheiden Herrn und Knecht. So weh dir, deutschem Lande, wie ziemet dir die Schande, daß nun die Mücke hat ihr Haupt, und du der Ehren bist beraubt! Bekehre dich! Vermehre nicht noch der Fürsten Ehre. Die armen Kön’ge drängen sich: Philippen setz‘ den Waisen* ( Hauptedelstein der deutschen Königskrone) auf, so weichen sie und beugen sich."

Mit der Zeit wurde die Freigibigkeit von Philipp, der den Minnesänger an seinem Hof aufgenommen hatte, kontrollierter; das gefiel Walther nicht der sich in der Hoffnung auf besseres Glück zu anderen Höfen aufmachte.

Philipp wurde ermordet und am 4. Oktober 1209 kommt Otto in Besitz der Kaiserkrone. Der Dichter lässt sich diese Gelegenheit nicht entgehen und beeilt sich diesem Lobeslieder zukommen zu lassen und gleichzeitig seine Stimme gegen die Römische Kirche zu erheben, welche die Ansprüche von Friedrich von Sizilien verteidigte. Wie bekannt ist wurde dieser nach einer denkwürdigen Reise in fast ganz Deutschland festlich aufgenommen und in Mainz als rechtmäßiger Herrscher gekrönt. Das geschah am 9. Dezember 1212. Später erhielt er in Aachen, der Hauptstadt des karolingischen Reiches die Kaiserlichen Insignien. Am Anfang war ihm der etwas verwirrte Walther feindlich gesinnt. Er sah ihn als "König der Pfaffen", der von dem korrupten römischen Papat dazu angesetzt worden war Deutschland seiner Schätze zu berauben; dann, als er sah, dass Otto übel dran war, zögerte er nicht sich in den Dienst von Friedrich II. zu stellen. In diesem Zusammenhang schrieb er ohne Umschweife:

"Herr Otto…sie sind der schlechteste Mann, der ich noch nie einen so wahrlich bösen Herr hatte: Herr König (Friedrich), seien sie der Beste, weil Gott Ihnen die Fähigkeit zu Belohnen verliehen hat".

Es müssen harte Zeiten gewesen sein und Walther wollte sich nicht mit überflüssigem Firlefanz aufhalten. Er ist jetzt alt und müde und ohne ein eigenes Heim. Nach dem ihm Friedrich das lange ersehnte Lehen geschenkt hat, schweift er wieder eitel und hochmütig zwischen den Herzogshöfen Deutschland umher. Aber er wird dem jungen Kaiser der Halb Deuscher, Halb Franko-Sizilianer ist immer verbunden sein. Als dieser mit den Geschehnissen im Heiligen Land beschäftigt schreibt ihm Walther trotz der des Kirchenbannes sein letztes Gedicht, das in anspornen sollte:

"Nimm Rache, Herr, für Dich und Deine Mutter, Kind der Jungfrau,
an denen, die Eur Erblandes Feinde sind!
Laß dir den Christen und den Heiden sein wie der Wind,
denn sie lieben Dich nicht mit ganzer Hingabe!
Von deiner Rache gegen sie, Herr und Vater, lasse nicht ab!
Du weißt wohl, daß die Heiden dich nicht allein stören.
Die sind gegen Dich jedoch offen sündig,
aber jene sind sündiger, die mit diesen so im Geheimen gemeinsame Sache machen."

Auch das Todesdatum des großen Minnesängers ist nicht bekannt. Er könnte um 1229 gestorben sein, als Friedrich der vom rasenden Hass Gregor IX. verfolgt wird, es schafft die Stadt Jersusalem einzunehmen.

IIn einem alten Manuskript wird erwähnt, dass Walther in Kloster von Würzburg begraben wurde: "Herr Walther von der Vogelweide begraben ze Wirzburg zu dem Nuwenmunster in dem grasehove"

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