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DOMINIKANER, KIRCHE UND KLOSTER


Die ersten Dominikanerbrüder gelangten 1272 nach Bozen. Ihre erste Verbindlichkeit war der Bau einer Kirche und eines Hauses von bescheidenen Ausmaßen. In dieser Zeit erfährt die Stadt in Folge des politischen Gleichgewichts das von der Herrschaft Mainhards II. gesichert wurde, eine erheblichen Wohlstand.

Die ursprüngliche Dominikanerkirche war also von recht bescheidenen Ausmaßen. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde die Kirche mit einer Apsis, die von einer reich geschmückten Ikonostase vom Kirchenraum abgetrennt war, den Kapellen Rossi-Botsch und Brandis, der Sakristei, dem Kapitelsaal, der Katharinakapelle und der Johanneskapelle erweitert. Gleichzeitig wurde der Bau des Klosterkompexes mit Kreuzgang in Angriff genommen.

Im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Holzdecke abgerissen und von stabileren Mauergewölben ersetzt. Die Unterteilung des Kirchenraumes in drei gleich hohe Schiffe, von denen aber das mittlere doppelt so breit ist wie die Nebenschiffe, mit gotischen Spitzbögen die auf oktagonalen Säulen aufliegen, geht auf 1458 und 1468 zurück. Der Zahl acht wird im Orient eine magische Kraft zugeschrieben. Die Umbauarbeiten in dieser Dekade betrafen auch den „Kapitelsaal“, die Johannes- und Katharinenkapelle und den Kreuzgang der mit Kreuzgewölben und dreibögigen, überkreuzten Fenstern bestückt wird.

In der Barockzeit erhielt das Merkantilmagistrat die Erlaubnis für den Bau der Merkantilkapelle. Den entsprechenden Marmoraltar (1641) schmückt eine Tafel von GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI, GUERCINO genannt (1654). In der selben Epoche wurde die Rosakapelle erbaut, die nicht erhalten ist.

Im 18. Jahrhundert wurden im Bereich aller Künste bedeutende Innovationen eingeführt. In der Dominikanerkirche spielt der „Rocaille“-Stil beim Umbau des gotischen Chores eine große Rolle. Die gesamte Oberfläche des Gewölbes, des Apsisraumes und der Wände wurde mit Stuckdekorationen reich verziert. 1784 wurde das Kloster durch Joseph II. aufgelöst. Die Kunststücke, die in den 5. Jahrhunderten zusammengetragen wurden gehen verloren und das Kloster wird kurzzeitig zu einem Spital umfunktioniert. Im Laufe der Jahre werden verschiedene Strukturen zerstört, was die Entstellung des architektonischen Komplexes zur Folge hat. Einen weiteren schweren Schlag waren die Luftangriffe 1944 bei dem der Glockenturm und die Decken zerstört wurden und das umliegende Gebiet schwere Schäden erlitt.

Wollen wir uns jetzt der Malerei widmen. Ursprünglich war die Stirnseite der Kirche mit Fresken bemalt, von denen aber nur wenige Spuren übrig geblieben sind. An der rechten Wand neben dem Portal, kann man die Reste einer „Dormitio“ mit Engeln und Aposteln erkennen, die dem Kreis LEONHARHDS von BRIXEN (1460 ca.) zugeschrieben werden.

Im Inneren weist die Wand am Eingang einen Teil eines Freskos mit der gigantischen Figur des „Heiligen Christoph“ auf (16. Jhdt.)- ein Symbol für die Gastfreundschaft gegenüber den Wanderern. Von den anderen Arbeiten ist nur wenig erhalten. An der Wandfläche des rechten Kirchenschiffes sind einige recht gut konservierte Verzierungen zu sehen, welche an jene Gobelins erinnern, die ab dem 11. Jhdt. die Wände der Kirchen an besonderen Festtagen schmückten. Im ersten Abschnitt sieht man, in einem Rahmen aus Blumen und geometrischen Formen vier Heilige (Hl. Oswald, Hl. Lorenz, und zwei weibliche Heilige), die von einem unbekannten Künstler vom Anfang des 15. Jahrhunderts gemalt wurden. Es folgt ein Paneel mit der „Thronenden Madonna mit dem Kind“ mit Blumenrahmen und übereinander gelappten Silhouetten unter denen man Frauen- und Männerköpfe und das Wappen der Auftraggeber erkennen kann. Der Autor war ALTICHIERI DA ZEVIO (1379) aus Verona. Die darauf folgende Komposition gibt drei Episoden wieder: im ersten Register, „Hl. Georg, die Prinzessin und der Drache“; darunter eine „Thronende Madonna mit dem Kind und den knieendend Auftraggeber“. Daneben weitere Figuren und das Wappen der Herren von Bopfingen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich hierbei um eine Arbeit aus dem 15. Jahrhundert handelt, die von einem Künstler aus dem Norden ausgeführt wurde. Die vierte Komposition (Fresko Castelnuovo) ist von HANS STOTZINGER aus Ulm (1404). Es stellt die „Heiligen Georg, Antonius Abt und Barbara dar, die den Auftraggeber der Madonna vorstellen“. Alle diese Arbeiten sind von gefälliger Ausführung, da sie aber von den verschiedensten Künstlern ausgeführt wurden ergeben sie kein homogenes Gesamtbild. Weitere fragmentarische Kompositionen finden sich an verschiedenen Stellen in der Kirche und erwecken so die Nostalgie nach dem Aussehen das diese Innenräume einmal gehabt haben müssen.

Wie wir schon gesehen haben wurde am Ende des linken Seitenschiffes eine Kapelle mit einem marmornen Altar errichtet, mit dessen Bau das Merkantilmagistrat MATTIA PEZZI 1641 beauftragt hat. Die Kapelle weist korinthische Säulenpaare auf, die ein Gebälk stützen. Auf diesem liegt eine Ädikula mit Giebelfeldern auf, über die zwei Putten schweben und die von den allegorischen Statuen des "Glaubens" und der "Hoffnung" flankiert ist. Die Altartafel aus dem Jahre 1654 ist GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI, GUERCINO genannt (Cento 1591 – Bologna 1666) zu verdanken. Darauf ist der „Hl. Dominikus der von der Madonna vorgestellt wird“ mit der Hl. Katharina aus Alexandrien und Maria Magdalena dargestellt. Das Werk ist an dem wundersamen Bildnis des Heiligen inspiriert, das sich in Soriano in Kalabrien befindet. Im Gegensatz zu den frühen Werken des Künstlers, kehrt er hier zu der klassischen Palette und zu kleineren Formaten zurück - der kompositorische Apparat wirkt allgemein starrer. Diese Tendenz verschärft sich mit den Jahren, wie die Beispiele in Parma („Susanne und die Greise“, ca. 1650), von Forlì („Johannes der Täufer“, 1653) und von Mailand (‚Abraham verstößt Agar und Ismael“, 1657 ca.) beweisen.

Beim Anfang des langen Chores befindet sich der Eingang zu der kleinen Johanneskapelle. Ihr Bau, der auf die ersten Jahre des 14. Jahrhunderts zurückgeht, wurde vom Florentiner VANNINO dé ROSSI als Totenkapelle für dessen Familie in Auftrag gegeben. Sie hat einen rechteckigen Grundriss, Kreuzgewölbe und wird von einem einzigen spitzbogigen Fenster beleuchtet, das sich an der Wand des Altares befindet. An die Wände des Raumes sind verschiedene eingerahmte Szenen bemalt, die sicherlich nach 1340 entstanden sind. Es waren Künstler am Werk, die sich die figurativen Erneuerungen Giottos zu eigen gemacht haben und diese in Norditalien verbreiteten. Die bemerkenswertesten Arbeiten sind das rohe und unverblümte „Martyrium des Hl. Bartolomäus“; darüber eine gefällige „Christi Geburt“ zwischen dreibögigen Rundfenstern die von schlanken Säulen gehalten werden; über eines der Türchen sieht man die pathetische Figur des von den zwei Marien beweinten Christus; beim Altar befinden sich im unteren Teil eine „Pietà“ mit Johannes dem Täufer, Johannes dem Evangelisten und den Auftraggebern. An der Seite sind verschiedene gotische Ädikulä mit Heiligen bemalt, darunter „Maria und der Evangelist Johannes“. An der rechten Wand sind verschiedene Episoden dargestellt: „Christus in Gloria“, der wie in den alten byzantinischen Ikonen in eine Mandorla eingeschlossen ist. Es folgen neben Darstellungen der Legende des Evangelisten Johannes ein großer und bewegter „Triumph des Todes“, der sich besonders wegen seiner beeindruckenden graphischen Modernität hervorhebt. Die wertvollsten Malereien befinden sich aber an der frontalen Wand: sie beschreiben eine Szene aus der „Flucht nach Ägypten“, die in einer abgeschiedenen Gebirgsebene spielt über der ein fliegender Engel wacht.

Der anliegende Kreuzgang ist etwa 120 m lang und besteht aus den vier Abteilungen der Wandelgänge. Die Kreuzgewölbe aus dem 15. Jahrhundert sind in 20 Feldern aufgeteilt. Von den wenigen Fresken die erhalten sind machen wir auf die folgenden aufmerksam:

AN DER OSTWAND

1. Feld – „Hortus conclusus“, allegorische Komposition mit den Wappen der Familien Bosch und Firmian;
2. Feld – „Besuch“ und „Maria Geburt“
3. Feld – „Abstammung und Familie Marias“ – mit den Gönnern Lichtenstein-Schrofenstein (aus dem 16. Jhdt., wird SYLVESTER MÜLLER zugeschrieben);
4. Feld – „Anbetung der Heiligen“ (selbe Epoche und Künstler wie oben)
5. Feld – Komposition aus vielen Figuren mit in der Mitte eine „Thronende Madonna mit dem Kind“ zwischen den Heiligen Jakob und Antonius Abt, welche die Auftraggeber vorstellen. Die Arbeit wird ZWEITEN MEISTER aus St. Johann im Dorf zugeschrieben (Ende 14. Jhdt.);
6. Feld – über die Johanneskapelle ist das Wappen der Familie Fuchs angebracht (1348)

SÜDWAND

7. Feld – „Vertreibung der Händler aus dem Tempel“;
8. Feld – „Der Hl. läd seine Mitbrüder zur Evangelisierung ein“, wird dem ERSTEN MEISTER von St. Johann im Dorf zugeschrieben (1360 ca.); „Hl. Dominikus mit dem Heiligen Bischof und der Madonna im Thron“ und Katharina die den Auftraggeber vorstellt (Ende 14. Jhdt.);
9. Feld – Szenen aus der „Christuspassion“, die von einem Händler aus Augsburg und der Frau von Sulzer in Auftrag gegeben wurden;
10. Feld - nicht erkennbar
11. Feld – „Kreuzigung“.

WESTWAND

12. Feld – „Auferstehung Christi“, die SYLVESTER MÜLLER zugeschrieben wird (1600);
Felder 13. – 15. – „Marias Tod“, „Himmelfahrt“ und „Pfingsten“. SYLVESTER MÜLLER wurde damit von einem gewissen Niedertor und der Frau von Walkenstein beauftragt (1500).

Im 17. Feld, an der Nordwand des Kreuzgangs, sind nur Spuren von Fresken zu erkennen.
Die Kreuzgewölbe sind mit verschiedenen Kompositionen verziert, von denen einige MICHAEL PACHER (1496) zugeschrieben werden.

Vom selben Kreuzgang hat man auch Zugang zum so-genannten „Kapitelsaal“, der einige wenige verschwommene Fresken aus der Schule Giottos wahrt, die um 1360 entstanden sind. Wesentliche interessanter sind die Dekorationen der Katharinenkapelle. Auch hier sind die Malereien giottischer Schule (1350 ca.). Am Eingang befindet sich ein „Jüngstes Gericht“; an der linken Wand „Geschichten aus dem Leben Jesu“ und an der gegenüberliegenden Seite findet man neben Überresten von Malereien aus dem 14. Jahrhundert Fresken von SYLVESTER MÜLLER, der schon die „Geschichten aus dem Leben der Hl. Katharina" angefertigt hat.

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