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DIE VÖLKERWANDERUNGEN


Im Jahre 410 n. Chr. plündert Alarich, der Gotenkönig, die Stadt Rom. Bei seinem Tod ihm selben Jahr urteilten die Päpste, dass er so vom Allmächtigen gerechterweise bestraft worden war. Aber in der Zwischenzeit hatten die nordischen Völker, die jahrhundertelang gegen die unbesiegbare römische Kriegsmaschinerie angekämpft hatten freie Hand und begannen Richtung Alpen vorzudrängen. Eine ihrer erfolgreichsten Wanderungen war jene der Ostgoten unter Odoaker. Nach dem er alles in seiner Macht stehende getan hatte, um als das zu zerstören was nach „Zivilisation“ aussah, ließ sich dieser Barbarenführer zum König Italiens krönen und gab so dem untergehenden Weströmischen Reich den Todesstoß (476). Odoaker herrschte nur 17 Jahre lang. Dann wurde er von Dietrich, der ebenfalls ein Ostgote war, ermordet. Er übernahm die Krone und hielt sie bis 526 inne. Die legendäre Figur Dietrichs ist als der größte Barbarenführer der jemals Italien beherrscht hat in die Geschichte eingegangen. Im „Nibelungenlied“ wird dieser König als „Dietrich von Bern“ besungen (wobei Bern für Verona steht). Er hatte keine Skrupel seine rechte Hand, den römischen Konsul Boezio hinrichten zu lassen (524), der sich durch seine unverhohlene Feinseligkeit gegenüber den Ostgoten eines „Sakrilegium“ schuldig gemacht hatte. Der italienische Dichter Giosue Carducci beschrieb in seinem Gedicht "La leggenda di Teoderico" (Die Dietrichssage) von 1885 das Ende dieses Königs, der von einem Handlanger des Teufels aufgespießt wurde:

"Siehe Lipari, der Palast von Vulkan der, der zwischen den Trümmern durch die Hitze die es verbraucht aufleuchtet: hierher ist das schwarze Pferd gekommen das sich wiehernd gen Himmel bäumte; und den Ritter in den Krater stützte."

In den selben Jahren lassen sich die Engländer in Britannien nieder, das von da an England hieß. Die Franzosen ihrerseits werden Gallien in „France“ (Frankreich) umbenennen, während sich die Vandalen in einem Teil Spaniens ausbreiten, der den Namen Andalusien bekommen wird.

50 Jahre vor diesen Ereignissen beschrieb der Heilige Hierolamus in einer Schrift aus dem Jahr 396 ein trauriges und betrübendes Bild der damaligen Situation:

"Ich zittere wenn ich an die Katastrophen unserer Zeit denken muss. Mehr als zwanzig Jahre lang wurde das Blut der Römer täglich zwischen Konstantinopel und den Julischen Alpen vergossen. Skythien, Thrakien, Thessalien, Achaia, Dalmazien, Epirus und Pannonien; jede dieser Regionen wurde von den Goten und den Sarmaten, den Quaden und den Alanen, den Hunnen, den Wandalen und den Makromannen geplündert und verheert… Die Römische Welt bricht zusammen: dennoch halten wir unser Haupt hoch, anstatt es zu senken. Denkt nur wie sich die Korinther oder die Athener oder die Lakedämonier oder die Arakadier oder irgendein Grieche fühlen müssen, die jetzt unter der Herrschaft der Barbaren sind. Ich erinnere mich nur an wenige Städte, doch diese waren einst wichtig gewesen" (Brief LX)

Später, in einem Hin- und Her von Situationen die das Ineinandergeraten von Menschen jeglicher Art und Herkunft sieht dringen die Langobarden ein. Das war im Jahre 568 n. Chr. es handelte sich um eine weiteres Volk germanischen Ursprungs, das von Nordeuropa und von der antiken römischen Provinz Pannonien. Der Verfall Roms und die Hinfälligkeit des Oströmischen Reichs erleichtern die Inbesitznahme vieler Gebiete Nord- und Zentralitaliens, darunter den Bozner Talkessel und das Heutige Trient. Unter der Führung des Königs Albinus (568) erkoren sie Pavia zur Hauptstadt ihres Reiches (572). Mit der Königin Theodolinde bekehrten sie sich zum Christentum. Sie konnten ihre Macht aber nicht vollständig ausschöpfen, da ihr Reich in viele kleine Herzogtümer aufgeteilt war, die untereinander konkurrierten.

Wir sehen also, das die barbarischen Reiche nicht stabil waren. Um 600 sind Auseinandersetzungen Langobarden mit den Bayern nachweisbar. Die Bayern behaupten schließlich das Inntal, fallen über den Brenner ein und vertreiben die Langobarden aus dem Gebiet von Bozen.

Diese Auseinandersetzungen lassen ein Bild der Verwüstung über. Die wenigen Hinterlassenschaften der Römer in Südtirol werden zerstört. Die Spuren der Römischen Zivilisation verschwinden und man scheint zur primitiven Kultur zurückgekehrt zu sein. Die Menschen die den Massakern entflohen sind, suchen in den Bergen Zuflucht. Güter, die vor dem Raub geschützt werden sollen, werden versteckt. Bei archäologischen Grabungen ist man immer wieder auf solche kleine Schätze gestoßen. So liegen die verlassenen Felder brach; die reichen Märkte verfallen; die schönen Kaiserstraßen verschwinden, weil sie nicht instand gehalten werden.

Die Lage im 7. Jahrhundert kann wie folgt zusammen gefasst werden:

- Bajuwaren (oder Bayern) besetzen das heutige Tirol;

- Langobarden im Gebiet zwischen Bozen und Trient;

- Franken im Nordwesten von Trient.

Aber es handelt sich wiederum nicht um eine bleibende Veränderung. Die folgende Entwicklung sieht die Franken an der Macht, die aus Prinzip nicht weniger Gewalt als ihre Vorgänger anwenden. Nur um ein Beispiel zu nennen zerstörten sie nur im Pustertal auf ihrem Zug die Schlösser Tesana, Sirmiana und Melitum. Das selbe Schicksal wird auch das Schloss von Appianum (Eppan) ereilen.

Diese kühnen Krieger wurden unter der Führung von Karl dem Großen, dem Sohn von Pippin dem Kurzen zu den Herrschern über Burgund, Thüringen und Aquitaniens (771). Im selben Jahr eroberte Karl der Große, nachdem er seine Frau Desiderate, die Tochter des Langobardenkönigs Desiderio verstoßen hatte, auf Drängen der Römischen Kirche Pavia. So ging die Langobardische Macht unter und wurde in das neugeborene Heiligen Römische Reich eingegliedert (800). Die prestigeträchtigsten Ämter in der Verwaltung dieses riesigen Reiches wurden von Karl dem Großen mit Vertretern des bayrischen Adels besetzt, die den treuen Mitgliedern des dünkelhaften fränkischen Adels zur Seite gestellt wurden. Der langsame aber fortschreitende Wiederaufbau des Staatsorganismus sieht die Ausgrenzung der lateinisch-römischen Organismen. Durch langwierige Kompromisse mit Rom („do ut es“), werden die militärischen oder laizistischen Herrschaftsstrukturen durch religiöse ersetzt. In diesem Zusammenhang erfolgt die Abtrennung des Bistums Säben von dem Patriarchat von Aquileia das von Bischöfen-Grafen beherrscht wird (mit der Gerichtsbarkeit über fast alle Gebiete Venetiens) und in das Erzherzogtum Salzburg eingefügt wurde.

Bei der Dämmerung des 10. Jahrhunderts wird der Bischofssitz Säben unter dem Schirm eines Bischofs der reich an „Macht“, Ländereien und Privilegien ist endgültig nach Brixen verlegt. Das Gebiet von Bozen wird nach dem Ende der langobardischen Herrschaft in die Trientner Diözese aufgenommen; das selbe geschah mit dem Vinschgau, der zum Bistum Chur, ein antikes Zentrum des oberen Reihntals das eine römische Kolonie gewesen war (Curia Rhaetorum)

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