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DIE RÄTER


Bevor wir über das Volk der Räter zu sprechen kommen, müssen wir einen großen Schritt zurück in das 2. Jahrtausend vor Christus machen.

Zu dieser Zeit waren schon fast alle Täler Südtirols besiedelt. Die Kultur der antikeren Phasen dauert ohne nennenswerte Neuerungen an. Die Einführung der Bronze hat bemerkenswerte Veränderungen im Bereich des Handels mit sich gebracht. Wir haben gesehen das die Bearbeitung dieser Legierung den Einsatz von Rohstoffen bedarf, die man nur in bestimmten Teilen Europas findet: Kupfer in den östlichen Alpen, in den Karpaten und in den Hügeln der Toskana; Zinn im Cornwall. Die Beschaffung dieser Minerale bedurfte der Errichtung eines dichten Verbindungsnetzes, das von den Metallarbeitern instand gehalten und gefördert werden musste. So erfahren die Täler neue Handelsrouten, von denen die bekannteste sicherlich die „Bernsteinstrasse“ ist. Händler von der Nordsee und vom Baltischen Meer dringen über den Brennerpass Richtung Süden vor, um Gold und Pelze der nördlichen Regionen mit Bernstein, Schmuck, Arbeitsgegenständen und Keramikkrügen der südlichen Regionen zu tauschen. Bernstein ist fossiles Harz von Nadelbäumen, von gelblich-oranger Farbe. Es wir heute noch für Schmuck und Ziergegenstände verwendet. Die Griechen nannten es „èlectron“, da es sich elektrisch auflädt wenn man es reibt.

Zurück zu den Metallarbeitern, sehen wir, dass sich diese nicht fest in ihre zugehörigen Gruppen integriert waren und, dass die gleichzeitig die Aufgabe von externen Lieferanten hatten. Die genossen eine gewisse Autonomie und bewegten sich zwischen mehreren Gruppen. Die Zirkulation von Rohstoffen bringt also den Vorteil mit sich, Handwerker aus verschiedenen Regionen miteinander in Verbindung zu setzen. Dieser Umstand führt zu einem Austausch von technischen Kenntnissen, Ideen und Modellen für die Herstellung verschiedener Gegenstände. So können wir uns die technische und ästhetische Affinität vieler Europäischer Manufakte aus der Bronzezeit erklären.

Zwischen dem Ende des 2. Und dem Anbruch des 1. Jahrtausends, beginnen sich größere Stammesgruppen zu bilden innerhalb derer sich soziale Unterscheidungen abzeichnen. Aus diesem Gefüge kristallisieren sich die ersten europäischen Völker heraus, die nicht so sehr aus klar definierten ethnischen Wesen sondern eher aus Bedingtheiten des Ortes, der Zeit und der Umwelt entstehen.

Um 1200 v. Chr. erscheint das Volk der Illyrer auf der Europäischen Bühne. Sie kamen aus dem Asiatischen Raum und nach dem sie auf die Steppenbewohner gestoßen waren, von denen sie die Einsetzung des Pferdes im Schlachtfeld übernommen hatten gelangten sie in den Alpenraum. Es ist tradiert, dass ihr Stammvater Illyrus, der Sohn von Kadmos, gewesen sei, welcher der Held von verzwickten Wechselfällen der klassischen Mythologie ist.

Die Illyren lassen den Alpenraum hinter sich und werden im Gebiet des heutigen Veneto sesshaft. Das hat eine tiefgreifende Zerrüttung der ansässigen Bevölkerung zur folge, angefangen bei deren Sitten und Gebräuchen. Die Neuankömmlinge führen den Ritus der Einäscherung ein. Die Asche wird in Terrakotta-Behältern aufbewahrt, die in die Erde eingegraben werden. Zur selben Zeit wird eine Bevölkerunganstieg verzeichnet und eine reiche und privilegierte Kriegerschicht beginnt sich zu bilden. Das bezeugen die besser gebauten Gräber und die Grabbeigaben von einem bisher nicht gekannten Reichtum. Auch die Rolle der Frau änderte sich: damals war es üblich beim Tod des Ehemannes die Witwe zu opfern.

Die „Eisenzeit (10. Jhdt. v. Chr.) bricht an. Zuerst wird das neue und wertvolle Material nur für Schmucksachen und Verzierungen auf Waffen verwendet, mit der Zeit verdrängt das Eisen jedoch die Bronze als Werkstoff des täglichen Bedarfs immer mehr. Später wird man entdecken, dass es ein resistentes und dauerhaftes Metall ist und es bevorzugt für die Herstellung von Waffen und Werkzeug einsetzen. Es wurde zum ersten Mal in Kleinasien verwendet und es wurde vom 9. Jhdt. v. Chr. bis in die Römerzeit verwendet.

In diesem Zeitraum bildete sich im Alpenraum die Kultur der „Räter“, eine Reihe von Bergstämmen, die keine ethnische, kulturelle oder politische Einheit bildeten, aber in den Alpen und den angrenzenden Gebieten, die sich zwischen dem Lago Maggiore und dem Piave und dem Konstanzer See und dem Unteren Inntal sesshaft wurde. Die Hauptstämme dieses heterogenen Volkes können bis zum 5. Jahrhundert wie folgt unterteilt werden: 1) Golasecca-Gruppe; 2) jene der Alpen und des Rheins; 3) die „Camuni“ der Val Camonica; 4) die Laugen-Melaun-Kultur (die den größten Teil der heutigen Region Trentino-Südtirol bedeckten); 5) die Gruppe des Inntals; 6) jene von Angarano und vom Garda See.

Diese ausgedehnte Kulturlandschaft erfährt sowohl im Norden als auch im Süden den Einfluss der „Hallstätter-Kultur“ (800-450 v. Chr.). Sie ist nach einem großen Gräberfeld am Hallstätter See im Salzkammergut benannt, auf das man 1846 beim Graben nach Schotter für einen Wegbau stieß. In den darauf folgenden zwanzig Jahren wurden etwa tausend Gräber entdeckt, von denen 45% Einäscherungen und der Rest Bestattungen waren. Die Gräber mit männlichen Leichen werden zwischen 800 und 600 v. Chr. datiert und hatten als Beilagen: ein langes Bronzeschwert, Metallgeschirr und Ziergegenstände. Später wurde das Schwert durch Dolche aus Eisen ersetzt.

In der Halstätter-Kultur finden wir genau definierte dekorative Motive: Lappenornamente, geometrische Zickzackbänder und Kieferzweig-Dekorationen. Diese Motive werden, aufgrund der konservativen Tendenz die die Ornamentalen Elemente des Alpenraum kennzeichnen, Jahrhunderte lang verwendet.

Die rätische Kultur war aus unterschiedlichen Ethnien zusammengesetzt, die durch Solidarität und einsamen Kult der Verehrung der Göttin Rätia, dem lokalen Ausdruck der uralten Universalkultes für die Göttin Raetia.

Diese wurde für alle Körperlichen Leiden angerufen und es gibt viele Stätten die ihr geweiht sind, die bekanntesten sind jene vom Fondo del Barata in Este, von Moritzing in Bozen und von San Zeno im Nonstal, an denen sich eine bemerkenswerte Fülle von Gaben angesammelt hat, die vor allem aus Bronze sind. Neben der Anthropomorphen Darstellung von Körperteilen bestehen diese votiven Gaben aus Bronzeplatten mit Frauenfiguren, Reitern, Pferden. Rätia, deren Symbol eben das Pferd war wurde auch angerufen, wenn Tiere krank waren. Ihre Kultstätten befinden sich meist neben Heilquellen, was von einer gemeinsamen sakralen Tradition zeugt. In Moritzing bei Bozen wurden ca. 3000 Opfergaben, darunter: 1416 Ringe aus Bronze, drei Fibeln, zwei Haarnadeln, eine anthropomorphe Bronzestatuetten und medizinische Instrumente. Die letzteren bestätigen wiederum, den Heilungszweck der Kultstätte. Es ist sicherlich kein Zufall, dass viele Jahrhunderte später dort eine Kirche entstanden ist, die den Heiligen Ärzten Kosma und Damian geweiht ist.

Nel corso di nove secoli la zona di acque sulfuree viene visitata da gente proveniente anche da luoghi lontani. Fra i beni che le consuetudini devozionali donavano alla divinità, sono emerse diverse statuette antropomorfe in bronzo, con figure di guerrieri o di personaggi in adorazione. Queste permettono di analizzare anche una certa evoluzione stilistica che porta dalle prime tipologie umane schematizzate e piatte ad una plastica più evoluta ed a tutto tondo.

Im Laufe von neun Jahrhunderten wurden diese Quellen aus denen sulfurhaltiges Wasser entspringt, von Menschen die von überall her kamen aufgesucht. Unter den Gaben, die der Göttin gebracht wurden befanden dich verschiedene anthropomorphe Bronzestatuetten, die Krieger oder Personen in betender Haltung darstellen. Diese erlauben die Analyse der stilistischen Entwicklung, die von den ersten stilisierten menschlichen Typik zu einer weiter entwickelten Rundplastik führte.

Der rätische Olymp zählt weitere Gottheiten darunter jene die für die Jagd und den Wein zuständig waren. Der Gott des Weines taucht zwischen dem 5. Und dem 4. Jahrhundert in Übereinstimmung mit der Einführung dieses Getränks durch die Etrusker deren Handel den Alpenraum erreicht hatte. Dir Durchsetzung des Weines, der ursprünglich für die Krieger und für sakrale Riten bestimmt war, machte die Umänderung der Gefäße nötig. Die „Situlen“ nehmen die Form von Kegelhalsgefäßen, mit einem kurzen Hals und Mundsaum von orientalischem Einfluss. Die Gefäße aus Bronze weisen meist stempelverzierte Girlandenbögen auf. An der Matreier Situla ist eine Kampfszene zwischen Kriegern, die mit Schlagringen bewaffnet sind, dargestellt.

In Moritzing wurde ein Koppel gefunden, das im Bozner Stadtmuseum ausgestellt ist. Darauf ist ein Hirschkalb dargestellt, das am Schwanz eines ausgewachsenen Hirschen nagt, der gerade trinkt. Die zwei Figuren, von eleganter und gewandter Zeichnung, bestehen aus eingravierten Punkten und sind von zwei Mäanderbändern eingeschlossen. Solche Koppeln sind die Vorläufer der Tiroler Ledergürtel, die mit Pfauenfedern oder mit Beschlägen verziert sind.

Im 5. Jahrhundert ist die Bevölkerung von Südtirol wegen der Knappheit des Ackerlandes gezwungen, sich in den Hügellandschaften zu versammeln. Das bringt den Vorteil des natürlichen Schutzes mit, den die Menschen durch den Bau von Mauern und Gräben weiter ausbauen werden. Diese Art der Niederlassung ist so weit verbreitet, dass man die rätische Kultur auch als „Zivilisation der castellieri“ (Ansiedlungen) bezeichnen könnte. In der Gegend von Bozen, die zum größten Teil eine Seenlandschaft war, finden wir solche befestigten Siedlungen auf dem Virgl, in St. Magdalena, in St. Peter, auf Sigmundskron und den Drususturm in Bozen. Sie befinden sich alle auf einer Höhe über 300 Meter. Andere bekannte Dörfer gab es in Altenburg, bei Kaltern und das sonnige Gebiet von Villanders. Diese bezeugen, wie viele andere Orte auch, dass diese Orte vom Paläolithikum bis ins Mittelalter besiedelt waren, wie viele Funde beweisen.

Das rätische Haus war von bescheidenen Ausmaßen (7 m x 7 m) und hatte einen einzigen Raum mit Feuerstelle. Die Struktur bestand aus Trockenmauern mit Pfählen, die das Strohdach stützten. 1984 wurde bei Laas, in der Nähe der Kirche von St. Maria von Allitz, die Reste von rätischen Siedlungen aus der Bronzezeit ans Licht gekommen; andere, vielleicht aus der Eisenzeit stammende, sind in der Nähe von Sarnthein, Siebeneich, Nals (bei „Casatsch“) und in Eppan auf dem „Putzer Gschleier“ zum Vorschein gekommen.
Reste eines rätsichen Dorfes sind auch bei Leifers gefunden worden (Mai 1995)

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